Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kunst von Werner Breucker schmückt die EvK-Galerie

CASTROP-RAUXEL Die Galerie im Evangelischen Krankenhaus stellt noch bis zum 5. Oktober Werke von Hermann Breucker aus. Früher gab es Breucker-Plastiken für 150 DM - heute ist der Waltroper bei Sammlern begehrt.

von Von Gabriele Regener

, 18.07.2008
Kunst von Werner Breucker schmückt die EvK-Galerie

Der Waltroper Künstler Hermann Breucker bei der Arbeit an einer Plastik.

Vor allem Druckgrafiken, Linolschnitte und Holzschnitte zieren derzeit die Wände in der Cafeteria und im Flur des Krankenhauses. Dies ist auch die Technik, die der 1911 in Waltrop geborene Künstler, von der Pike auf erlernt hat. Er war Drucker und Setzer, bis die Bochumer Kunstsammler-Familie Gröppel auf ihn aufmerksam wurde und ihn förderte.

Inspiration durch Barlach und Kollwitz

Inspiriert von Barlach und Kollwitz schuf der Künstler, der im Jahr 1974 verstorben ist, zahlreiche Plastiken. Die haben vor mehr als 40 Jahren schon den jungen Walter Stach und seine Frau dermaßen beeindruckt, dass sie sich einen echten Breucker für ihre erste Wohnungseinrichtung gönnten. Der Waltroper Walter Stach, den Europastädtern noch in Erinnerung als Oberstadtdirektor (1989 bis 1997) kennt sogar noch den Preis für seine Breuckersche Kunst: je 150 DM für drei Kupferreliefs. Auch Klaus Michael Lehmann, der für die Krankenhaus-Galerie seit 30 Jahren Künstler anwirbt und die Präsentation ihrer Werke vorbereitet, kannte den Waltroper Künstler, von dem z.B. auch die Barbara-Figur am Bochumer Krankenhaus Bergmannsheil stammt, persönlich. Hermann Breucker war mit seinem "Lehrherrn", dem Fotografen Günther Karkoska befreundet. Nutzte dort manchmal die Technik im Labor und fand in Lehmann einen begeisterten Gehilfen, der später zum Freund wurde. NS-Verbot und Kriegsgefangenschaft prägten Breuckers Kunst Da hatte der Künstler bereits viele Lebenserfahrungen machen müssen, die sein Schaffen beeinflusst haben. Wie so viele Künstler hatte er unter den Nationalsozialisten Ausstellungsverbot, weil seine subtile Kunst als entartet galt. Sechs Jahre als Soldat in Russland haben ihn außerdem sehr geprägt. Einige Drucke zeigen in sehr reduzierter Formensprache Menschen, die am Boden liegen, die an ihrem Kreuz schwer zu tragen haben. Werke sind heute sehr beliebt Breuckers Kunst dagegen ist heute ganz oben. Der Kreis Recklinghausen hat eine Reihe angekauft und viele sind in Privathand. Anlass für Walter Stach, eine weitere Ausstellung zu planen – in Waltrop. Die „Arbeiten auf Papier von Hermann Breucker“ sind bis zum 5. Oktober in der Galerie des EvK, Grutholzallee 21, zu sehen.

Lesen Sie jetzt