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Lieblingsgedicht darf ab sofort vom Baum geschnitten werden

Gedicht-Diebe erwünscht!

Mit den Worten "Es war ein Gewinn für uns alle" hat Roy Kift am Mittwoch offiziell den Schlussstrich unter seine beiden Kulturhauptstadtprojekte "Castrop-Rauxel . . . ein Gedicht" und "Europe . . . a poem" gezogen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 11.08.2010
Lieblingsgedicht darf ab sofort vom Baum geschnitten werden

Fingen bei Shakespeare mit dem Abschneiden an: Roy Kift und Edith Delord.

Zwei Monate nach ihren offiziellen Eröffnungen auf dem Marktplatz bzw. in der Bürgerhaus-Galerie fiel in die durchweg positive Abschlussbilanz der Gedichte-Projekte nur ein klitzekleiner Wermutstropfen. "Ich bin enttäuscht, dass nach dem ganzen Aufwand schon nach wenigen Tagen so viele der 2010 Gedichte von den Bäumen und Laternen abgerissen worden waren", räumte der Brite ein.

Gleichzeitig verkündete Kift zusammen mit seiner engsten Mitarbeiterin Edith Delord ab sofort die Legalisierung des Gedichteklaus: "Ab sofort kann sich jeder Castrop-Rauxeler Bürger sein Lieblingsgedicht abschneiden", gaben die beiden den offiziellen Startschuss zum Ende des Projekts. "Aber bitte die Befestigungskabel oder -drähte mit entsorgen", fügten die beiden hinzu. Denn schließlich wolle man die Poesiepfade auf Zeit wieder ordnungsgemäß verlassen. In der kommenden Woche wird dann der offizielle Aufräumtrupp zur Tat schreiten und die übrig gebliebenen laminierten DIN A-4 Zettel entsorgen. Die Geschäfte könnten natürlich mit ihren Exemplaren verfahren wie sie wollten, doch gebe es auch dort schon viele Reservierungswünsche, wusste Edith Delord.

Kift und Delord berichteten über zahlreiche positive Reaktionen auch der auswärtigen Besucher, die bereits bei der Eröffnung in Scharen auf den Marktplatz gekommen waren. So habe ein Bürger aus Essen geschrieben: Das Kulturhauptstadtjahr sei im Prinzip eine Enttäuschung, wenn man jedoch wirklich was Gutes sehen wolle, müsse man nach Castrop-Rauxel kommen. Auch die europäische Dimension des Poesie-Projektes werde noch lange nachwirken, berichtete Kift. So habe sich Volksbank-Chef Johannes Weigang bereit erklärt, eine "Finissage" der Ausstellung in den Geschäftsräumen am Biesenkamp auszustellen. Aus anderen europäischen Hauptstädten wurde bereits Interesse bekundet, die Poem-Ausstellung zu übernehmen. Abschließend bedankte sich Kift nochmals bei allen Akteuren. "Die heimischen Künstler haben bewiesen, dass sie mit- und nicht gegeneinander arbeiten können", freute er sich. 

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