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Mathias Richter (FDP)

Der Optimist

Für den FDP-Wahlkreiskandidaten Mathias Richter geht vom Debakel der Liberalen in Bayern eine Doppelwirkung aus: „Das Ergebnis ist natürlich ernüchternd, gleichzeitig aber auch mobilisierend“, blickte er gestern beim Besuch in unserer Redaktion schon wieder nach vorne.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch und Hermann Böckmann

, 17.09.2013
Mathias Richter (FDP)

Mathias Richter, Kreisverbandsvorsitzener der FDP im Kreis Recklinghausen, ist gleichzeitig Kandidat für den Bundestag in Recklinghausen.

„Auch wenn der Absturz die Leistung der bayerischen Parteifreunde in den vergangenen fünf Jahren nicht widerspiegelt: Man muss sehen, dass das Ergebnis in Bayern auch ein Ergebnis aus Bayern ist“, argumentierte er. Mit anderen Worten: Bei den Bundestagswahlen am kommenden Sonntag ticken die Uhren anders.

Weil die Union im Bund keine Chance auf eine absolute Mehrheit habe, sieht der FDP-Mann die Bayern-Wahl als Weckruf an das gesamte bürgerliche Lager. „Wir wollen keine Leihstimmen, aber unser Wahlrecht sieht eine Erst- und eine Zweitstimme vor. Es gilt jetzt, intelligent davon Gebrauch zu machen“, warb Richter unverhohlen um Zweitstimmen für seine Partei. „Ich halte für uns durchaus ein Ergebnis von bis zu zehn Prozent für möglich“, gab sich der FDP-Kandidat im Wahlkreis 121 nach wie vor optimistisch. Und begründete dies unter anderem auch mit den völlig daneben liegenden Wahlprognosen in NRW und Niedersachsen, wo er den Glauben an die Demoskopen verloren habe. „Am Vorwahlabend hat man uns 4,6 Prozent vorausgesagt, gelandet sind wir bei 8,6 Prozent. Ähnlich ist es auch in Niedersachsen gelaufen“, sagte Richter.

Der Kreisvorsitzende der Liberalen hatte sich als Spitzenkandidat der Ruhr-FDP gute Chancen auf einen sicheren Platz der Landesliste ausgerechnet, bei der entscheidenden Landeswahlversammlung hatte er aber überraschend das Nachsehen, wurde ein Opfer der Ränkespiele hinter den Kulissen. „Ich bin aber fair und anständig genug, trotzdem alles dafür zu tun, dass die FDP ein gutes Ergebnis holt“, so der Kandidat. Die Bilanz der Liberalen im Bund könne sich nach einem holprigen Start allemal sehen lassen, sieht Richter gute Gründe die FDP zu wählen. Und zählt folgende Stichpunkte auf: Solide Finanzen, Entschuldung und Stabilität. „Wir haben die Einführung von Eurobonds und damit die Vergemeinschaftung von Staatsschulen verhindert. Das hat dazu geführt, dass auch in anderen Ländern eine solide Finanz- und Wirtschaftspolitik Einzug hält. Die Eurokrise ist unter Kontrolle.“ Auf der Habenseite der Liberalen verbucht Richter zudem die Entlastung der „Mitte der Gesellschaft“. „Die Abschaffung der Praxisgebühr, die Senkung der Rentenbeiträge und andere Maßnahmen summieren sich auf 35 Milliarden Euro. Und trotzdem haben wir zusätzlich 13 Milliarden Euro für Bildung und Wissenschaft ausgegeben“, rechnet Richter vor. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück habe als Finanzminister noch einen Haushalt mit 83 Milliarden Euro Defizit vorgelegt, nun winke 2014 eine schwarze Null und ab 2016 könne mit der Rückzahlung von Schulden begonnen werden. Die Maßnahmen der amtierenden Bundesregierung hätten Deutschland außerdem eine exzellente Situation am Arbeitsmarkt beschert. Als „gelernter“ Kommunalpolitiker sieht Richter nach der Wahl auch weiter Handlungsbedarf in punkto Kommunalfinanzen. „Dass der Bund die Grundsicherung im Alter übernommen hat, ist für die Städte ein Segen.“

  • Alter: 46 Jahre
  • Wohnort: Recklinghausen
  • Familienstand: verheiratet, vier Kinder
  • Konfession: Katholisch
  • Beruf: Diplom-Volkswirt, tätig beim NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
  • Partei: FDP
  • Lebensstationen: 1967 in Hopsten (Westfalen) geboren. Studium der Volkswirtschaft in Münster, ein Jahr Tätigkeit bei der Firma Tillmann in Recklinghausen, anschließend zwei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Münster. 1998 Bildungsreferent der Jungen Liberalen in Düsseldorf, ab 2000 Mitarbeiter der FDP-Landtagsfraktion und persönlicher Referent der Vorsitzenden Jürgen W. Möllemann und Ingo Wolf. 2005 Wechsel in das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung, zuständig für die Ressortkoordination, ab 2008 Verantwortung für Haushalt und Personal. Seit 2011 zuständig für den Bereich Gesundheitsforschung, Medizin und Uni-Kliniken.
  • Hobbys: Fußball (SG Hillen und Schalke 04), Karneval und Kochen
  • Lieblingsbuch: Krabat (Otfried Preußler)
  • Lieblingsfilm: Braveheart
  • Lieblingsmusik: Keine Vorlieben, begeisterter Radiohörer
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