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Meditatives Gestalten beflügelt

NORDKIRCHEN/ICKERN Soll es eine Büste werden, eine abstrakte Figur im Stil des englischen Bildhauers Henry Moore oder doch eine bunte Nana-Figur a la Niki de Saint Phalle?

von Von Helga Feldenträger

, 06.12.2007
Meditatives Gestalten beflügelt

Im Sommer kann auch draußen gearbeitet werden, in den Wintermonaten sorgt ein Bullerjan (Holzofen) für behagliche Wärme.

Die Pädagoginnen von der Ickerner Marktschule überlegen noch, während Bildhauerin Regine Rostalski die letzten Vorbereitungen für den Modellierkurs trifft, den alten Holzofen anheizt, Materialien, Werkzeug und die Thermoskanne mit Kaffee herbeiholt. In den ehemaligen Stallungen ihres Bauernhofes in Nordkirchen richtete die Künstlerin einen Werkstattraum für das offene Arbeiten in der Gruppe ein. Die Wände wurden weiß getüncht, in der Ecke steht der Bullerjan, der für behagliche Wärme sorgt, und der Blick nach draußen führt über Felder und Wiesen. Ein Kleinod im Münsterland, in unmittelbarer Nähe des Schlosses Nordkirchen.

Ohne Vorkenntnisse

Seit 1997 gibt Rostalski Kreativkurse in den Bereichen Modellieren mit Terrazzo, Betonguss und künstlerische Metallverarbeitung. Aus altem Eisen, rostigen Sägeblättern, Zahnrädern und Schrauben entstehen mit Hilfe des Elektroschweißgerätes bizarre Figuren für den häuslichen Garten. "Vorkenntnisse sind nicht erforderlich", ermutigt die Künstlerin, die bisher in ihren Kursen über 1000 Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik zählte. Auch die Lehrerinnen aus Ickern sind nicht zum ersten Mal in Nordkirchen. Einmal im Jahr tauchen sie auf dem Kunsthof ab und genießen das meditative Gestalten.

Zwei Tage lang mit den Händen arbeiten, aus Beton Figuren erstellen, der Fantasie freien Lauf lassen und in der Atmosphäre des gemeinsamen Schaffens auftanken. "Darauf freuen wir uns ein ganzes Jahr", begeistern sich die Pädagoginnen und beginnen mit dem Modellieren. Zuerst wird das Grundgerüst mit feinem Maschendraht geformt, danach mit Zeitungspapier ausgestopft und mit Beton überspachtelt. Die Figuren können entweder weiß bleiben oder mit Farbpigmente eingefärbt werden. Raspeln, Schmirgeln und Polieren: Nach und nach nehmen die Figuren Formen an.

Zu groß geraten

Nur etwas groß sind die Figuren. "Man verschätzt sich leicht", weiß Rostalski und macht vor allem bei den Schrottplastiken die abenteuerlichsten Erfahrungen. "Manchmal sind die Teile so schwer, dass sie zu zweit aus dem Werkstattraum getragen werden müssen", so kommt der eine oder andere Kursteilnehmer mit einem Auto-Anhänger zurück.

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