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Nach Abriss: Abschied von der Schmiede Klonder

Für viele Merklinder war die Schmiede Klonder mehr als nur ein Handwerksbetrieb. „Das Gebäude gehört einfach zu Merklinde dazu“, sagt Anwohner Achim Malize, der die Idee zu einer Art Nachruf hatte. Ein Monat ist seit unserem Aufruf vergangen. Mithilfe der Fotos, der Dokumente und Anekdoten unserer Leser können wir an dieser Stelle ein Stück Merklinder Stadtteilgeschichte erzählen.
07.10.2016
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"Auf Gebäude und vor allem die Werbung habe ich 1975 aufmerksam gemacht und dieses Foto 1977 im Buch "Das alte Castrop" veröffentlicht. Ursprünglich wurden Pferde beschlagen und bis zuletzt Schlosserarbeiten ausgeführt. Das Reklameschild ist typisch für die Zeit 1880, aber fast ausschließlich in Großbritannien zu finden. Das gesamte Objekt hatte Denkmalwert!", sagt Stadtfotograf Klaus Michael Lehmann.© Foto: Lehmann
Die Schmiede Klonder von vorne. Achim Klama hat das Foto im Jahr 2004 aufgenommen.© Foto: Klama
Der freie Fotograf Achim Klama hat die Schmiede Klonder von innen fotografiert. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2006.© Foto: Klama
Die Werkstatt der Schmiede Klonder von innen (Blick vom Eingang).© Foto: Klama
Michael Beckmann aus Katzwinkel im Siegerland war als Kind oft in der Schmiede Klonder: „Ich war tief getroffen, als ich erfahren habe, dass Franz-Josef gestorben ist. Er war ein echtes Merklinder Urgestein. In der Werkstatt standen immer ein paar Schrottautos rum, die er ausgeschlachtet hat. Als Kinder haben wir da oft gespielt. Irgendwann meinte Franz-Josef, dass er wechseln und was mit Stahlbau machen müsse. Die Autos wurden ja immer moderner und die konnte er dann irgendwann nicht mehr reparieren. Umrüsten wollte er nicht. ‚Da renn ich nur hinter die Klamotten her‘, hat er gesagt. ‚Ich bin ein Ein-Mann-Betrieb. Das mit den Autos hat keine Zukunft mehr für mich.‘“
Fotograf Achim Klama hat dieses Foto im Mai 2015 aufgenommen. Es zeigt den alten Schmiedeofen. © Foto: Klama
Das Arbeitsbuch von Anto Kurtenbach, der in der Schmiede Klonder zum Schlosser ausgebildet wurde.© Repro: Wojtasik
Franz-Josef Klonder, der letzte Inhaber der gleichnamigen Schmiede, starb am 3. April 2013 im Alter von 71 Jahren.© Foto: Kapsa
Hildegard Kurtenbach hat das Prüfungszeugnis und den Lehr-Brief ihres Schwiegervaters zur Verfügung gestellt. Anton Kurtenbach schloss seine Ausbildung in der Schmiede Klonder im Jahr 1914 ab.© Repro: Wojtasik
Horst Marx aus Bad Münstereifel war als Kind oft in der Schmiede Klonder: „Mein Kumpel Michael und ich sind als Kinder mit Jupp oft nach Dortmund gefahren, um Ersatzteile zu kaufen. Ich saß hinten und Jupp hat nicht etwa gefragt, ob ich ein Bonbon möchte, sondern ist immer direkt an sein Handschuhfach gegangen, hat klebrige Kamelle rausgenommen und mir die Bonbons mit den Worten zugeschmissen: ‚Ömmes, hier hasse watt zu lecken!‘“ © Foto: Marx
Franz-Josef Klonder bei der Arbeit. Hier führt "Jupp" Reparaturen an Uwe Kapsas Ford Capri durch.© Foto: Kapsa
Uwe Kapsa aus Dortmund war mit Franz-Josef Klonder befreundet: „Jupps Vater Paul hat eine Zeit lang Grubenwagen repariert, später ist er dann zu Autos gewechselt. Die beiden waren ja die Persönlichkeiten aus Merklinde. Wenn jemand mal mit einem abgebrochenen Spaten vorbeikam, hat Jupp das auch immer schnell geschweißt. Ich weiß noch, dass ein Kaufmann aus Bövinghausen immer seinen Mercedes bei Klonder reparieren lassen hat. Als er dann mal einen neuen Wagen hatte, kam er plötzlich nicht mehr. Irgendwann stand er dann plötzlich wieder mit einem kaputten Spaten auf der Matte und wollte wissen, ob Jupp das eben machen würde. Da hat Jupp gesagt, dass er kein Schweißgerät hat. ‚Da steht doch eins‘, meinte der Kaufmann. Das sei nur für Autos, hat Jupp geantwortet. Der Kaufmann wollte dann wissen, wo er denn mit dem Spaten hingehen solle. Und Jupp nur so: ‚Probier‘s mal bei Mercedes.‘ Da war der Ömmes rasiert.“© Foto: Kapsa
Die Schmiede Klonder, fotografiert von Karl Glowsky.© Foto: Glowsky
Die Schmiede Klonder, fotografiert von Karl Glowsky.© Foto: Glowsky
Anfang September wurde das Wohnhaus hinter der Schmiede Klonder abgerissen.© Foto: Robert Wojtasik
Schlagworte Castrop-Rauxel