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Nach Bali: Interview mit Frank Schwabe

CASTROP-RAUXEL Die Weltklimakonferenz ist zu Ende - und ihr Ergebnis ist bekanntermaßen kein Anlass zu überbordender Freude. Der klimapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Schwabe, hat Fragen unseres Mitarbeiters Benjamin Legrand beantwortet:

16.12.2007
Nach Bali: Interview mit Frank Schwabe

Frank Schwabe auf Bali.

Schwabe: Was ich mittlerweile besser kann, ist Englisch. Ohne Englisch geht es ja nicht. Man kennt mittlerweile die Verfahren besser, man kennt die Beteiligten. Deshalb ist es wichtig, mit dabei zu sein. Man trifft Vertreter von Organisationen, von denen man Informationen bekommt, man trifft Parlamentarier aus anderen Ländern, so kann man viel besser die Positionen der Länder einschätzen.

Ging es von morgens bis abends? Wie sah ein Verhandlungstag aus?

Schwabe: Es ging morgens um 7.30 Uhr mit der Besprechung der deutschen Delegation los. Die traf sich, um sich abzustimmen. Es gibt schließlich zig Kleinstgruppen und Gesprächsfäden auf so einer Konferenz. Dann gab es bis abends viele Gespräche und Diskussionsveranstaltungen.

Auf dem Flughafen von Bali haben Sie Friedensnobelpreisträger Pachauri, den Vorsitzenden des Weltklimarats IPCC, getroffen.

Schwabe: Das war Zufall, dass der gerade auch abgeflogen ist. Der saß da und hat Tee getrunken. Da sind Marco Bülow (Abgeordneter aus Dortmund, d.Red.) und ich hingegangen und haben kurz unsere Wertschätzung und unseren Glückwunsch zum Nobelpreis ausgesprochen.

Mit dem Umweltausschuss waren Sie zuvor drei Tage auf einer Urang-Utan-Farm auf Borneo.

Schwabe: Das war mein Vorschlag, die zu besuchen, weil ich wusste, dass dies auf Bali eines der Hauptthemen sein wird: 20 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes resultieren aus der Vernichtung der Regenwälder. Wir haben uns da den Konflikt angeschaut zwischen dem Bestand des Regenwaldes und der immer weiteren Nutzung durch Anbau von Palmölplantagen. Es ist ein sehr differenziertes Bild.

Welche Erlebnisse beeindruckten am meisten?

Schwabe: Zum einen vor einem Regenwald zu stehen, der gerade abgeholzt worden ist - der noch kokelt, überall kleine Schwelbrände. Man kennt das aus Filmen, aber es ist was anderes, davor zu stehen. Zum anderen war da die Rede von Al Gore. Das war schon eine sehr emotionale Rede. Man bekam schon ein Gänsehautgefühl. Der hat sich sehr kritisch mit dem eigenen Land auseinandergesetzt. Das war sehr radikal. Es traf aber genau den Nerv der ganzen Konferenz.

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