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Oliver Dietle fuhr mit dem Rad durch die Anden

Radler aus Henrichenburg

Fünf Wochen lang war Oliver Dietle mit dem Rad in den südamerikanischen Anden unterwegs. Eine ungeheuer spannende wie auch anstrengende Tour. Neben eisigem Wind und Schotterpisten erwarteten den Radler aus Henrichenburg auch einige Überraschungen. [Karte]

HENRICHENBURG

von Von Gabi Regener

, 18.08.2010

Wie der leidenschaftliche Radler aus Henrichenburg in seinen privaten Aufzeichnen schreibt, ist eine Radreise über den Altiplano in Südamerika "kein Ritt auf dem Ponyhof". Diese Hochebene, 3600 bis 4000 Meter über dem Meeresspiegel, statt Asphalt überwiegend Sand-, Stein- oder Waschbrettpisten, bringt den 46-jährigen Oliver Dietle und seinen Begleiter Benedikt Mattern an die Grenzen ihrer Kraft.

Die größten Herausforderungen heißen Wind und Kälte. Auf bis zu minus 24 Grad Celsius fällt das Thermometer in den Nachtstunden. Auch die Höhenkrankheit, die sich mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht, verschont Oliver Dietle nicht. Doch ein heißer "Mate de Coca", ein Tee aus Cocablättern, wirkt Wunder. Und ein Blick in den faszinierenden Sternenhimmel über dem Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Welt, entschädigt den studierten Astrophysiker für die Beschwerden. Denn die nächsten Tage halten einen weiteren Härtetest bereit: Stein- und Sandpisten, eisige Nächte im Zelt und gefrorene Wasserflaschen am Morgen rauben Kraft. Da bietet die Stadt La Paz, 4100 Meter hoch gelegen, Gelegenheit zu verschnaufen und die Vorräte aufzufüllen. Für Dietles Mitreisenden, Benedikt aus Mönchengladbach, geht es von hier nach zwei gemeinsamen Wochen wieder Richtung Heimat, so dass der Henrichenburger fortan als Solist unterwegs ist.

Das nächste Ziel heißt Titicacasee. Der Wallfahrtsort Copacabana, der Grenzübergang nach Peru, eine Bootsfahrt und immer wieder spannende Begegnungen mit anderen Weltenbummlern kennzeichnen die nächsten Tage. 400 Kilometer weiter wartet Cusco. Hier gibt es nach etlichen Tagen auch wieder einmal Kontakt mit der Heimat: Die Pension hat einen freien Internetzugang. Auf dem Weg zu den Ruinen der alten Inkastadt Machu Picchu trifft der Radler einen Hotelier aus Lima, der, beeindruckt von Dietles sportlichen Leistung, zu einer kostenlosen Übernachtung in sein Hotel einlädt. Das Angebot nimmt Oliver Dietle nach zwei Ruhetagen an der Pazifikküste gern in Anspruch. Und staunt: Ihn erwartet ein luxuriöses 5-Sterne-Hotel.

Dietles Resümee: Faszinierend, Natur hautnah, viele Kulturdenkmäler aus der Inkazeit, aber auch viel Armut und geringes Umweltbewusstsein bei der Bevölkerung. Noch keine zwei Wochen wieder daheim, hat der Rennradler die nächste Herausforderung im Visier: den Ötztaler Radmarathon Ende August.  

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