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Punktesystem soll die Verteilung der freien Plätze regeln

KIta-Platzvergabe in Castrop-Rauxel

Der Jugendhilfeausschuss hat Vergabekriterien für die Platzvergabe in städtischen Einrichtungen zum neuen Kindergartenjahr beschlossen. Ein Punktebonus für arbeitende Alleinerziehende sorgte dabei allerdings für eine Diskussion.

Castrop-Rauxel

, 16.06.2018
Punktesystem soll die Verteilung der freien Plätze regeln

Die Kriterien für die Vergabe eines Kitaplatzes werden in Castrop-Rauxel neu geregelt. © picture alliance / dpa

Mit dem neuen Kindergartenjahr ab dem 1. August wird die Platzvergabe angesichts des Platzmangels in den städtischen Kitas nach einem Punktesystem geregelt. Oberste Devise dabei sollen objektive und transparente Vergabekriterien sein.

Laut Sozialgesetzbuch haben Eltern zwar einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz, aber nicht das Recht auf die Aufnahme in eine bestimmte Kita. Ist in der Wunsch-Kita noch Platz, läuft die Vergabe nach einem Ranglistenprinzip. Unsere Stadt hat zwar den Kita-Navigator eingerichtet, dabei mangelt es aber am Hinweis, wie die Platzvergabe läuft.

Die Neuerung zum 1. August war nach entsprechenden Gerichtsurteilen in anderen Städten dringend notwendig. Darüber informierte Abteilungsleiterin Claudia Wimber am Donnerstag den Jugendhilfeausschuss. Für die freien und die konfessionellen Träger sollen die Aufnahmekriterien als Empfehlung dienen.

Im neuen System werden Punkte vergeben

Vorrangig werden Kinder aufgenommen, bei denen der Tatbestand der Kindeswohlgefährdung vorliegt und Kinder, bei denen nach Überprüfung durch den sozialen Dienst festgestellt wurde, dass die Familie Anspruch auf erzieherische Hilfen hat. Für alle anderen gelten Kriterien nach dem Punktesystem. Gehen beide Eltern arbeiten, gibt es dafür etwa 20 Punkte, geht ein Elternteil arbeiten 10. Geht ein allerziehender Elternteil arbeiten, gibt es dafür 22 Punkte. Ganztagsbeschäftigung (ab 28 Stunden in der Woche) wird mit 6 Punkten bewertet. Auch Geschwisterkinder werden berücksichtigt.

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Die 22 Punkte für Alleinerziehende konnte Hyun Maass vom Elternbeirat nicht nachvollziehen. „Alleinerziehende mit einem hohen Bildungsgrad können wunderbar 35 Stunden arbeiten gehen“, erklärte sie. Bei zwei berufstätigen Eltern, die am Existenzminimum knappsten, sei das schwieriger. „Alleinerziehende, das ist unsere Erfahrung, sind häufig in schwierigen sozialen Situationen“, sagte Caritas-Vorständin Veronika Borghorst. Trägerübergreifend sei man auf einem guten Weg. Zumal die Familienzentren guckten, dass ein Kind möglichst im Sozialraum berücksichtigt werde. Die einheitlichen Vergabekriterien für die Plätze in den städtischen Kitas sind beschlossene Sache.

Diskurs über Konfession in konfessionellen Kitas

Bei einem kleinen Diskurs, angestoßen ebenfalls von Hyun Maass, ging es um die Frage der Konfessionszugehörigkeit – ob sie etwa die dominierende Rolle bei der Platzvergabe der konfessionellen Kitas spiele. Bestimmte Bindungen halte sie für nachvollziehbar, sagte Veronika Borghorst. „Der Erzbischof wäre froh, wenn in den katholischen Kitas 100 Prozent katholische Kinder wären“, fügte sie hinzu. Dem sei vielleicht im Sauerland so, aber bei uns deutlich unter 50 Prozent.

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