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Rathaus als Filmkulisse

CASTROP-RAUXEL Das Castrop-Rauxeler Rathaus als Filmkulisse. Wer im aktuellen Film der Brüder Benjamin und Dominik Reding, „Für den unbekannten Hund“, genau hinschaut, kann die Resultate der Dreharbeiten am Europaplatz begutachten.

27.12.2007

Ende 2005 gastierten die Filmemacher-Zwillinge mit ihrem rund 60-köpfigen Team in der Europastadt. Gedreht wurde im Rathaus auf den Gängen im Keller und in einem Versammlungsraum. Im Film spielt die Szene in einem Krankenhaus.

1,3 Millionen Euro für die Produktion

Die insgesamt rund 1,3 Millionen Euro teure Produktion „Für den unbekannten Hund“ ist der zweite Kinofilm von Benjamin und Dominik Reding, die für Regie, Drehbuch, Produktionsdesign, Casting und mit ihrer Firma Eye! Warning auch für die Produktion verantwortlich zeichnen.

Erzählt wird die Geschichte eines Betonbauergesellen auf Wanderschaft, der wegen eines ungesühnten Mordes erpresst wird. Für die 38-jährigen Reding-Brüder waren die Dreharbeiten durchaus nicht der erste Kontakt zu Castrop-Rauxel. Der Vater von Benjamin und Dominik, Schriftsteller Josef Reding, ist in der Europastadt geboren, Onkel Paul lebt heute als Künstler in Waltrop.

„Das Rathaus kannten wir selbst noch, weil wir dort einige Male mit unserer Großmutter gewesen sind“, sagt Dominik Reding. Als die beiden Filmemacher auf Motivsuche zu „Für den unbekannten Hund“ gingen, war die Erinnerung an den prägnanten Bau am Stadtmittelpunkt schnell wieder präsent. „Die Stadtverwaltung war sehr kooperativ“, lobt Dominik Reding.

Hilfsbereitschaft im Ruhrgebiet

Die erforderlichen Räume seien ohne Probleme zur Verfügung gestellt worden, sogar die Haustechniker des Rathauses hätten der Filmcrew unterstützend zur Seite gestanden. „Diese Hilfsbereitschaft erleben wir bei Dreharbeiten gerade im Ruhrgebiet immer wieder“, so der Filmemacher.

Auch aus diesem Grund kehren die in Dortmund geborenen Brüder, die mittlerweile in Berlin leben, immer wieder gerne in die Heimat zurück. Schon für ihr Kino-Erstlingswerk, das viel beachtete Skinhead-Drama „Oi! Warning“ (2000), wählten die Redings das Ruhrgebiet als Schauplatz, eine Schlüsselszene des Films wurde damals im Castrop-Rauxeler Parkbad Süd gedreht.

Fantasy-Geschichte als nächstes Projekt

Ob die beiden Filmemacher auch mit ihrem nächsten Kinoprojekt, der historischen Fantasy-Geschichte „Der Golem und die zweifache Welt“, in hiesigen Gefilden zu Gast sein werden, ist noch offen. „Generell hätten wir gerne ein stillgelegtes Stahlwerks- oder Zechengelände als zentralen Drehort“, sagt Dominik Reding. „Das ist in der von uns benötigten Form aber kaum noch zu bekommen.“

Ohnehin wird der „Golem“-Film frühestens 2010 auf der Leinwand zu sehen sein. Derzeit steht für die Reding-Brüder die Kinoauswertung von „Für den unbekannten Hund“ im Mittelpunkt. Der Verleih Senator hat den Film am 6. Dezember in die Kinos gebracht, die Redings selbst waren für ihr Werk bis zum 19. Dezember auf einer Werbetournee durch die gesamte Bundesrepublik.

Erfolg auf Filmfestspielen

Erfolge kann der „Unbekannte Hund“ jetzt schon vorweisen. Bei den Filmfestspielen im schwäbischen Biberach erhielten die Redings den Preis für den besten Spielfilm, auch auf den Festivals in Lünen, Emden, Oldenburg und im brasilianischen Sao Paulo wurde ihre aktuelle Regiearbeit vorgestellt.

Die Filmbewertungsstelle (FBW) in Wiesbaden adelte „Für den unbekannten Hund“ mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“. In der Begründung hierzu heißt es unter anderem: „Radikal, mutig, hoch stilisiert und dabei bodenständig – solch einen deutschen Film hat es lange nicht gegeben.“

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