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Rollstuhlfahrerin kann nur selten Busse der Bogestra nutzen

CASTROP-RAUXEL Körperlich behinderte Menschen müssen im Alltag mit Barrieren kämpfen. Wie wenig Unterstützung oder auch Verständnis sie dabei bekommen, zeigt die Geschichte von Jutta Leuschner. Jutta Leuschner ist gehbehindert. Mit ihrem elektronischen Rollstuhl kann sie nur Busse nutzen, die eine Rampe haben. Das ist bei der Bogestra selten der Fall.

von Von Julia Grunschel

, 29.08.2008
Rollstuhlfahrerin kann nur selten Busse der Bogestra nutzen

Mit ihrem elektrischen Rollstuhl kommt Jutta Leuschner nicht in den normalen Bus, der auf der Linie 353 nach Bochum fährt. Zum Einsteigen braucht sie eine Rampe.

Trotz Voranmeldung bei der Bogestra musste die 52-Jährige schon fünf Mal dabei zu sehen, wie die Linie 353 vom Münsterplatz ohne sie Richtung Bochum fuhr.  In Bochum musste Jutta Leuschner jedes Mal zum Hauptbahnhof, um von dort mit dem Zug weiter nach Kassel zu fahren. "Dort wollte ich mir behindertengerechte Wohnungen ansehen, um in der Nähe meiner Tochter zu leben", erzählt sie.

Vor dem letzten Besichtigungstermin am 19. August hat Jutta Leuschner über die Service-Hotline der Bogestra am Vorabend einen Rampen-Bus für die Fahrt um 8.10 Uhr ab Münsterplatz angefordert.

Der bestellte Bus kam nicht

"Diesen Ablauf hat mir die Service-Stelle der Bogestra vor Monaten empfohlen", sagt die Frau. Als sie dann am nächsten Morgen schon eine halbe Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof war, passierte das, was bis dahin schon vier Mal vorgekommen war. Der Rampen-Bus kam nicht. "Der Busfahrer erkundigte sich über Funk, ob später einer kommen würde. Die Auskunft lautete dann aber: 'Den ganzen Morgen nicht'", redet sich Jutta Leuschner in Rage.

Keine Entschuldigung, keine Erklärung

Denn um ihren Zug zu erreichen - zu dem sie sich extra eine Einstiegshilfe bestellt hat -, musste sie auf ein Behindertentaxi ausweichen. 55 Euro hat die Fahrt gekostet. "Wie soll ich das bezahlen? Ich bin ARGE-Kunde", fragt die 52-Jährige.

Zur Bogestra schickte sie eine Beschwerde, die vorgestern beantwortet wurde. "Keine Entschuldigung, keine Erklärung, nur der Hinweis, dass die Bogestra nicht verpflichtet wäre, einen Rampen-Bus zu schicken", regt sich Jutta Leuschner auf, die den Bus nächste Woche wieder braucht.

Die Bogerstra gibt keine Garatie

Sandra Bruns, Pressesprecherin der Bogestra, bedauert den Vorfall, sagt aber: "Das ist eine Hilfestellung, die wir aber nicht garantieren." Die Bogestra habe auf 35 Linien Rampen-Busse fest eingesetzt. Die beiden Linien, die in Castrop-Rauxel fahren, gehören nicht dazu. "Da das Angebot auf den 35 Linien verlässlich sein muss, können wir dort keinen Rampen-Bus abziehen und einen in Reserve haben wir nicht."

Dass Jutta Leuschner sich nicht auf das Angebot verlassen könne, sei sehr unglücklich. "Zurzeit gibt es keine andere Lösung", so Sandra Bruns.

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