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Rot-Grün will Eltern Sekundarschule schmackhaft machen

Schul-Debatte

Das Ende war unspektakulär, die Zukunft bleibt ungewiss: Auf diese Kurzformel lässt sich die fast dreistündige schulpolitische Debatte im zuständigen Ausschuss B 2 am Donnerstag Abend im Dienstleistungszentrum des Erin-Parks bringen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 29.06.2012
Rot-Grün will Eltern Sekundarschule schmackhaft machen

Dass alle Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern ihren Abschluss noch dort machen können, ist unwahrscheinlich.

Dass sich die Sargdeckel über vier Schulen – den beiden Grundschulen Grüner Weg (Obercastrop) und Merklinde (Friedrich-Harkort-Schule), der Franz-Hillebrand-Hauptschule (FHHS) und der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG) – am Ende relativ geräuschlos schlossen, kam nicht unerwartet.  Die Abstimmung mit den Füßen bei den Neuanmeldungen war zu eindeutig. Dass alle FHHS- und JKG-Schüler noch den Abschluss an ihren Schulen machen können, ist unwahrscheinlich, wie Schuldezernentin Petra Glöß auf Nachhaken von Hermann Bohle (FWI) einräumte. Die „pädagogische Vertretbarkeit“, so Glöß, ende wahrscheinlich, wenn nur noch zwei Klassenstufen übrig bleiben. Möglicherweise würden Schulwechsel das Ende auch noch beschleunigen.

 Dass den jetzigen Fridtjof-Nansen-Realschülern ein ebensolches Schicksal drohe, falls sich dort eine Sekundarschule etabliert, wies Glöß hingegen vehement zurück. „Alles andere ist Panikmache“, erklärte sie entsprechende Szenarien von besorgten FNR-Eltern für gegenstandslos. Um den Sekundarschul-skeptischen Eltern Brücken zu bauen, hatten SPD und Grüne kurz zuvor noch einen gemeinsamen Antrag vorgelegt, mit dem der Prozess der Sekundarschulgründungen flankiert werden soll. Dazu sollen die noch zu erstellenden pädagogischen Konzepte in einem moderierten Prozess erarbeitet werden, in den Politik, Elternvertreter und Schulverwaltung eingebunden werden.

Darüber hinaus soll ein Beschwerde- und Konfliktmanagement sowie eine offensive Informationspolitik sichergestellt werden. Diesen Ankündigungen steht allerdings die Aussage von Petra Glöß gegenüber, dass der Rat die Sekundarschulkonzepte bereits am 20. September beschließen werde. „Das Zeitfenster ist jetzt klein, wir werden nicht viel Zeit für Abstimmungen haben“, gab Glöß offen zu.  In einem mehrstündigen „Lehrerduell“ zwischen SPD und Opposition attestierten Rajko Kravanja und Daniel Molloisch der FNR zwar „hervorragende Arbeit“, ließen aber gleichzeitig auch keinen Zweifel daran, dass es nicht um Vergangenheitsbewältigung gehe, sondern darum, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. Und diese liege nicht in einem gegliederten Schulsystem, sondern in einem integrativen, das besser auf die entsprechende Schülerschaft zugeschnitten sei und größere Ressourcen bereit halte.

 Dem hielten Bohle und Marlies Graeber (CDU) entgegen, dass ein Schulformwechsel zum jetzigen Zeitpunkt unnötig sei, ein Chaos auslöse und die Schülerzahl von 500 spätestens ab 2019 gar keine zwei Sekundarschulen mehr zuließen.  Die SPD zeigte sich gestern verwundert, dass die CDU um Entscheidungsaufschub gebeten habe, obwohl ihre Positionierung klar sei.   

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