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Schalker erinnerten an Fabian aus Castrop-Rauxel

21-jähriger Fan starb plötzlich

Als die Fans des FC Schalke 04 am Samstag in Berlin den Sieg gegen Hertha BSC feiern, fehlt einer, der sonst immer im Publikum war: Der gestorbene Fabian Schrimpf aus Castrop-Rauxel ist an diesem Tag nur auf einer Fahne präsent. Was bedeutete diese Ehre seiner Familie? Wir haben mit Vater und Mutter gesprochen.

CASTROP-RAUXEL

, 17.10.2017

Es sind berührende Szenen, die sich nach dem Spiel vor der Gästetribüne des Berliner Olympiastadions abspielen. Die Mannschaft tritt vor die Fans, Torhüter Ralf Fährmann schnappt sich eine riesige Fahne aus dem Publikum und schwenkt sie. Darauf ist das Porträt von Fabian aus Dingen zu sehen – eine Zeichnung des in der vergangenen Woche plötzlich und unerwartet verstorbenen Fans. Auch Banner mit der Aufschrift „Ultras für immer“ und „Ruhe in Frieden, Fabian“ halten die Fans der Königsblauen hoch. In Gedenken an einen von ihnen.

„Das hat uns Kraft gegeben und gezeigt, dass er von den Fans geliebt wurde“, sagt sein Bruder Florian. Denn der 21-jährige Fabian, der unter anderem die Minikicker von Arminia Ickern trainierte und in Dingen lebte, war nicht nur auf den Sportplätzen in Castrop-Rauxel Dauergast: „Hier kannte ihn jeder. Aber Fabian hat eben auch Schalke geliebt. Wo Schalke war, da war Fabian. Er war in der ganzen Fanszene bekannt.“

Fabians Mutter: "Hatte noch nie so viel Herzklopfen bei einem Spiel"

Das Spiel am Samstag hat die Familie gemeinsam zuhause auf einer großen Leinwand geschaut. Dass die Schalke-Fans etwas geplant hatten, um Fabian zu gedenken, wussten sie. Nicht aber, was genau sie vorhatten.

„Ich hatte noch nie so viel Herzklopfen bei einem Fußballspiel. Das, was die Fans und die Mannschaft dort gemacht haben, hat uns Trost gespendet“, sagt Mutter Andrea. Die ersten vier Minuten hatten die Fans geschwiegen. Nach dem Sieg wurde jedoch gefeiert. „Das hätte Fabian auch nicht anders gewollt. Er kam ja selbst jeden Morgen singend die Treppe hinunter. Der Mythos vom Schalker Markt – das war sein Lieblingslied“, sagt Vater Eugen.

Seinen Sohn habe er schon mit ins Stadion genommen, als der noch ein kleines Kind war. Spätestens von da an sei Fabian durch und durch blau-weiß gewesen, verpasste kein einziges Spiel seines Herzensclubs – auch nicht auswärts. Selbst nicht auf der internationalen Fußballbühne.

Der weiteste Weg, den Fabian auf sich nahm, sei wohl der in die Ukraine gewesen, sagt einer seiner engsten Freunde: Eine lange Reise nach Donezk – nur, um seinen Verein zu unterstützen.

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„Dass seine Jungs ihn am Samstag so gebührend verabschiedet haben, hätte ihm sicher gefallen“, so der Freund – weil Fabian sein Verein eben so sehr am Herzen gelegen habe, wie auch Vater Eugen Schrimpf betont: „Wir waren seine erste Familie und Schalke seine zweite.“

Am Freitag werden die königsblauen Fans wohl wieder wie eine Familie hinter ihrem Team stehen, das dann vor heimischer Kulisse auf den FSV Mainz trifft. Einer wird dann fehlen: Fabian aus Dingen.