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Selbstständigkeit endete mit Pleite

CASTROP-RAUXEL Wenn er in einigen Wochen wieder als Fernfahrer auf dem „Bock“ sitzt und wöchentlich bis nach Skandinavien und zurück fährt, ist die Welt hoffentlich wieder in Ordnung. Denn der „Ausflug“ in die Selbstständigkeit war eine Pleite. Endete mit der Insolvenz und einer Gerichtsverhandlung.

von Von Gabriele Regener

, 15.08.2008

Um der Arbeitslosigkeit zu entrinnen, hatte der heute 39-jährige Berufskraftfahrer im Frühling letzten Jahres kurzerhand ein Umzugsunternehmen gegründet. Und weil man schwere Möbel nun mal schlecht bis gar nicht allein schleppen kann, brauchte der Mann einen Gehilfen. Stellte einen willigen jungen Mann ein, ebenfalls gerade ohne Arbeit. Nach einem schlappen April, wo man nur wenige Aufträge einfahren konnte, brummte das Geschäft im Mai. Aufträge bundesweit.

Rückschlag schon nach einem Vierteljahr

Doch nach einem knappen Vierteljahr der Rückschlag. Der Mitarbeiter wurde krank, hatte Knieprobleme. Und fiel bis auf weiteres aus. Mittlerweile hatte sich die Krankenkasse gemeldet und die ausstehenden Sozialbeiträge angefordert. „Wäre alles normal weitergelaufen, hätte ich das problemlos bezahlen können“, erklärte der Angeklagte. Doch ohne den Gehilfen konnte er die Aufträge nicht erfüllen, bemühte sich um Aushilfen, denen er für einen Einsatz 150 Euro in die Hand drückte. Obwohl die Arbeit nicht so fluppte wie mit dem erkrankten Mitarbeiter.

Aus der Not heraus gewährte er den Auftraggebern einen 30-prozentigen Abschlag, wenn diese beim Verladen selbst mit zupackten. Den kranken Mitarbeiter zu entlassen kam ihm nicht in den Sinn. Denn dann hätte er, so der Richter, anstelle des Lohns wahrscheinlich die ausstehenden Sozialbeiträge bezahlen können und säße nicht auf der Anklagebank. So aber hatte im August 2007 die Krankenkasse das Insolvenzverfahren beantragt und den gescheiterten Jungunternehmer verklagt. Die ausstehenden Beiträge wird die Kasse mangels Masse wohl nie bekommen.

Dem Angeklagten ist der Exkurs in die Selbstständigkeit nicht bekommen. Weil er schon einige Vorstrafen gesammelt hatte, lautete das Urteil sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und dazu 50 Stunden gemeinnützige Arbeit .

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