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So war der Orgel-Schnupperkurs in Castrop

Mit Video

Kann man einer Orgel auch als Laie schöne Töne entlocken? Martina Schlak vom Erzbistum Paderborn hat sich bei einem Schnupperkurs in der St.-Lambertuskirche in Castrop jedenfalls viel Zeit für Redakteurin Anni Gumpert genommen. Was sie gelernt hat, lesen, sehen und hören Sie hier.

CASTROP

, 29.10.2016
So war der Orgel-Schnupperkurs in Castrop

Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.

Dadummmmm... der erste Ton erklingt. Laut. Sehr laut. Ich zucke zusammen. Der Ton hallt durch das gesamte Kirchenschiff. Ich habe neben Kirchenmusikerin Martina Schlak auf der Holzbank Platz genommen.Meine erste Orgelstunde in der St.-Lambertuskirche beginnt.

40 enge Treppenstufen habe ich erklommen, direkt unter das Dach der Kirche. Dort steht seit elf Jahren die große Eisenbarth-Orgel. Die Lautstärke, die ich bei den ersten Versuchen an der Orgel erzeuge, ist mir unangenehm. Ich fühle mich in dieser bedächtigen Umgebung dazu verpflichtet, mich möglichst leise zu verhalten. Auch die gewaltige Größe der Orgel flößt mir Respekt ein.

Für Kirchenmusikerin Martina Schlak ist das kein Problem. „Das ist ja gerade das schöne an diesem Instrument“, sagt sie. „Dieser laute, volle Klang, der die ganze Kirche erfüllt.“ Wir flüstern nicht, sondern reden in normaler Lautstärke. Ihren musikalischen Anfang hat Martina Schlak als Kind am Klavier gemacht. Will man Kirchenorgel spielen, ist das sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig.

Ihr Vater erfüllte Martina Schlaks Berufswunsch

Meine Grundkenntnisse: gleich Null. In einer Stunde muss Martina Schlak mir noch schnell ein paar musikalische Grundkenntnisse beibringen. Was ist ein Akkord? Was ist der Unterschied zwischen Dur und Moll? Ein bisschen Wissen in Notenkunde wäre jetzt nicht schlecht. Doch der Musikunterricht in der Schule ist zu lange her.

Zur Orgel hatte Martina Schlak immer eine besondere Beziehung. „Klavier reichte mir nicht, ich wollte Orgel spielen.“ Der Vater, ein Pfarrer, erfüllte ihr den Wunsch. Das daraus mal ihr Beruf werden würde, daran dachte sie damals noch nicht. Talent und Ehrgeiz waren ausreichend vorhanden, das Studium folgte. Jetzt galt es nur noch, ihre Höhenangst zu überwinden. Die sollte ihr nicht im Weg stehen, ganz oben an der Orgel. Mittlerweile hat sie sich daran gewöhnt.

Die Koordination beim Spielen ist schwierig

Bevor ich dazu komme, eine Melodie zu spielen, erklärt mir Martina Schlak ihr Instrument. Nicht alle Pfeifen der Orgel sind sichtbar, nur die metallenen Prospektpfeifen sind außen an der Orgel angebracht. Viele weitere, auch die hölzernen mit dem weicheren Klang, verstecken sich dahinter. Die spanischen Trompeten – erstmals in Spanien gebaut – ragen in das Kirchenschiff hinaus. Sie sorgen für einen ganz besonderen und imposanten Klang, „wie bei einem Solo“.

Das Schwierige an der Orgel: Neben den Händen, die drei Klaviaturen bespielen müssen, müssen die Füße parallel das Pedalwerk bedienen. Und: Jedes Stück muss einzeln registriert werden. Links und rechts sind die sogenannten Register angebracht, sie verändern den Ton, simulieren Trompeten, Geigen und Flöten. „Die Orgel soll aber nicht nur ein Orchester imitieren“, sagt Martina Schlak. „Sie soll auch immer einen ganz besonderen, eigenen Klang haben.“ Die Grundmelodie eines Stücks ist immer gleich, die Registratur jedes Orgelmusikers oft unterschiedlich.

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So war der Orgel-Schnupperkurs in Castrop

Dadummmmm... der erste Ton erklingt. Laut. Sehr laut. Ich zucke zusammen. Der Ton hallt durch das gesamte Kirchenschiff. Ich habe neben Kirchenmusikerin Martina Schlak auf der Holzbank Platz genommen.Meine erste Orgelstunde in der St.-Lambertuskirche beginnt.
28.10.2016
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Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert nahm an einem Orgel-Schnupperkurs in Castrop teil.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Castrop-Rauxel

Geduld und Übung ist beim Orgelspielen gefragt

Auch ich darf die verschiedenen Register von Schwellwerk, Positiv und Hauptwerk ziehen, mein Gehör dafür schärfen, wie sich der Ton verändert. Das Instrument habe ich mittlerweile verstanden, die ersten einzelnen Griffe sitzen. Jetzt können wir uns an einer einfachen Melodie versuchen. „Jeder Popsong kommt mit drei Akkorden aus“, sagt Schlak. Die Melodie von „Obladi Oblada“ der Beatles kennt jeder – auch ich. Martina Schlak spielt vor, ich spiele mit einer Hand und einem extra Finger nach. Meine Hände bewegen sich nur auf dem Hauptwerk.

Die Fingerhaltung ist ungewohnt, als Linkshänder muss ich immer umdenken. Doch Martina Schlak ist geduldig. Und so unmusikalisch wie ich immer dachte, bin ich gar nicht. Sagt zumindest die Expertin. Noch ist es also nicht zu spät, ein Instrument zu lernen. Die einfache Melodie von „Obladi Oblada“ muss ich immer wiederholen, bis sie sitzt. Die Sprünge auf der Tastatur gelingen mir leider nicht spielend.

Der Orgel-Schnupperkurs
Wer selbst mal an der großen Kirchenorgel sitzen möchte, kann einen Schnupperkurs des Erzbistums Paderborn bei Martina Schlak machen. Er geht über fünf Stunden und kostet 50 Euro. Wer dann Blut geleckt hat, kann weiter Unterricht nehmen. Die Termine für den Schnupperkurs finden nach Vereinbarung statt. Weitere Informationen und Terminvereinbarung bei Martina Schlak, Tel. (02305) 4 13 17.

Geduld ist hier gefragt und üben, üben, üben. Auch das muss ich erst lernen. Am Ende der Stunde schaffe ich es, mich nicht zu verspielen. Martina Schlak begleitet meine kleine Melodie auf den anderen Manualen und mit dem Pedalwerk. Das hört sich schon nach einem ganz passablen Stück an. Doch bis zum Kirchenmusiker ist es noch ein langer, langer Weg.

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