Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Sprung über die Emscher bekommt finanzielle Notbremse verpasst

Emscher-Umbau

9 Millionen Euro - das ist das Limit: Die Stadtverwaltung hat laut Bürgermeister Rajko Kravanja eine finanzielle Notbremse beim Brückenprojekt „Sprung über die Emscher“ eingebaut.

Castrop-Rauxel

, 04.07.2018
Sprung über die Emscher bekommt finanzielle Notbremse verpasst

In diesem früheren Modell zum Projekt „Wohnen an der Emscher“ ist auch der Emscher-Düker am Rhein-Herne-Kanal und der „Sprung über die Emscher“ visualisiert. Wie genau eine solche Fußgängerbrücke am Ende aussieht, ist noch offen. Ein Architektenwettbewerb wäre einer der nächsten Schritte. © Stadt

Seit einem Jahr wird beim Projekt namens „Sprung über die Emscher“ hinter den Kulissen geplant und gearbeitet. Nun aber kommt das Thema wieder auf den Tisch: Der Rat der Stadt muss in dieser Woche (Donnerstag, 5. Juli, 17 Uhr, Ratssaal) über einen sogenannten Weiterleitungsvertrag der Stadt Castrop-Rauxel mit der Emschergenossenschaft und eine Ausführungsvereinbarung beschließen.

Futuristisches Brückenbauwerk

Darin ist geregelt, dass die Stadt die Fördergelder, die sie vom Bund erhält, an die Emschergenossenschaft weiterreicht, damit diese den Bau des großen futuristischen Brückenbauwerks für Fußgänger und Radfahrer regeln kann. Es geht dabei um 8 Millionen Euro, zu denen die Stadt selbst nur 900.000 Euro beitragen müsste, wenn es nach den Förderrichtlinien ginge. In Verhandlungen mit der Emschergenossenschaft gelang es Bürgermeister Rajko Kravanja aber, auch diese Kosten, also den Eigenanteil, zunächst weiterzureichen und dann in den folgenden 60 Jahren über jährliche Zahlungen in Höhe von 15.000 Euro praktisch zurückzuzahlen: Die Emschergenossenschaft, ein Zusammenschluss von Städten, Landkreisen, Bergwerks-Unternehmen und anderer Eigentümer am Flussufer, wird das Geld beisteuern und das Bauen selbst realisieren, sofern der Stadtrat den Entwürfen zustimmt. Im Gegenzug übernimmt die Stadt die Pflege und Unterhaltung der Wege und der Umgebung rund um das Brückenbauwerk selbst. Grund dafür ist, dass die Emschergenossenschaft sonst eine Sonderumlage mit ihren 200 Mitgliedern hätte aushandeln müssen.

„Die Brücke kommt, sofern der Rat zustimmt.“

Bürgermeister Rajko Kravanja fasste das in einem Gespräch mit unserer Redaktion so zusammen: „Die Brücke kommt, sofern der Rat zustimmt. Die Emschergenossenschaft übernimmt das Verfahren, weil wir das bei uns im Hause nicht leisten können.“

Und warum wurde so viel hinter den Kulissen gearbeitet? „Wir mussten wegen der Bundesmittel mit verschiedenen Stellen und Ministerien Verträge schließen“, so Kravanja. Man habe genau regeln müssen, wer welche Aufgaben übernimmt. „Das habe ich mir alles viel einfacher vorgestellt.“

Ausstiegsklausel in den Verträgen

Eine Hürde müsse das Bauwerk nun noch nehmen, so der Bürgermeister: Es gebe eine Ausstiegsklausel in den Verträgen, wenn es teurer werden sollte als 9 Millionen Euro. Das sei das Maximum, wenngleich man in den Ausschreibungen des Bauprojekts auf eine deutlich niedrigere Summe kommen werde. „So ist ein deutlicher Puffer eingebaut“, sagte Kravanja vergangene Woche. Am Ende wolle man beim Fördergeber lieber Geld zurückgeben, wenn es günstiger würde. In der Ausführungsvereinbarung ist von 6 Millionen Euro bei der Ausschreibung des Architektenwettbewerbs die Rede. Für unvorhergesehene Baukostensteigerungen soll eine halbe Million Euro kalkuliert werden. Bei der Preisvergabe soll die Langlebigkeit des Baumaterials und ein geringer Pflegeaufwand eine Rolle spielen.

Belastungen für den städtischen Haushalt soll es voraussichtlich ab 2022 geben. Sie liegen laut den Berechnungen in der Ratsvorlage insgesamt bei rund 45.000 Euro. Dafür habe man „die größte jemals einzeln geförderte Baumaßnahme in Deutschland“ zugesagt bekommen, so Kravanja.

Lesen Sie jetzt

WhatsApp-Nachrichten für Castrop-Rauxel

Kostenloser Service der Ruhr Nachrichten

Zehntausende Menschen in Castrop-Rauxel nutzen WhatsApp. In der beliebten App gibt es jetzt auch die Nachrichten der Ruhr Nachrichten: täglich das Wichtigste der Europastadt. Hier können Sie sich für

Lesen Sie jetzt