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St.Rochus hat ein Babyfenster

CASTROP Das Babyfenster am St.-Rochus-Hospital ist an sich nicht groß. Eben gerade so, dass man einen Säugling sicher in ein Bettchen legen kann. Unsichtbar, aber zig-fach so groß ist das Konzept, das hinter dem neuen Angebot steckt.

von Von Julia Grunschel

, 08.08.2008
St.Rochus hat ein Babyfenster

Hein-Rudolf Berkenkopf, Vorsitzender des Caritasverbandes, Veronika Borghorst, Caritas-Geschäftsführerin, und Dr. Michael Glaßmeyer, ärtzlicher Direktor am Rochus, stellten das Babyfenster vor.

Das Babyfenster, das Caritas und die kath. St.-Lukas-Gesellschaft betreiben, ist ein niederschwelliges Angebot auf dem Wirtschaftshof des Krankenhauses an Mütter in Notsituationen. „Das geht weit über die Rettung des Kindes hinaus“, unterstreicht Dr. Michael Glaßmeyer, ärztlicher Direktor. Denn schließlich müssen viele Fragen geklärt sein. Zum Beispiel:

  • Was passiert nach der Ablage des Kindes? Das Rochus kümmert sich um die medizinische Grundversorgung, gibt Meldung an das Ordnungsamt. Auch die Erziehungsberatungsstelle der Caritas und die Kooperationspartner eines kreisweiten Krisentelefons, das ab 1. Oktober geschaltet wird, werden informiert. Daran beteiligt sind der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und die Caritas aus Recklinghausen, die hiesige Caritas, der SkF Datteln und die Telefonseelsorge.
  • Ist das Baby sicher im Babyfenster? „Ja, die Klappe schließt automatisch und kann nicht mehr geöffnet werden“, so Dr. Michael Glaßmeyer. Zudem wird nach der Ablage ein Alarm ausgelöst. Auf das Bett ist eine Kamera gerichtet, die aber maximal die Hände der Mutter filmen könnte.
  •  Wer kümmert sich um das Kind? Das Jugendamt vermittelt es als Vormund in eine Pflege- bzw. Adoptionsfamilie.
  • Was ist mit der Mutter? Gibt es Hilfe für sie? Ja, wenn sie ihr Kind abgibt, findet sie einen mehrsprachigen Brief mit Informationen vor. Außerdem kann sie sich an das Krisentelefon wenden. „Bis zum 1. Oktober enthält der Brief aber meine Telefonnummer“, sagt Brigit Weber von der Erziehungsberatung der Caritas.
  • Kann die Mutter ihre Entscheidung revidieren? Das kann sie relativ problemlos bis zur achten Woche. „Allerdings sollte sie dann beraten und begleitet werden“, unterstreicht Caritas-Geschäftsführerin Veronika Borghorst. Nach der achten Woche wird das Adoptionsverfahren eröffnet, das sich über Monate zieht. Dann wird es für die Mutter schwieriger.
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