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Sturm auf die Tafel: "Am Ende bleibt nix übrig"

CASTROP Noch einmal Ruhe finden vor dem Ansturm, durchatmen, die Paprika und Tomaten auf dem Tisch sortieren. Punkt 13 Uhr geht die Tür auf. 58 Leute warten in den Räumen der Caritas am Lambertusplatz auf die Lebensmittel, die die Frauen der Castroper Tafel an bedürftige Menschen verteilen.

von Von Benedikt Reichel

, 19.12.2007

Es herrscht das organisierte Chaos. Stimmengewirr und hektisches Packen. Das die Frauen in dem kleinen Raum nicht den Überblick verlieren, ist eine Meisterleistung.

"Der nächste bitte", ruft Tafel-Mitarbeiterin Anja Wilshaus, greift einen Einkaufsbeutel und legt los: "Was für Brot?", fragt sie. "Geschnitten, bitte." "Eisberg?" "Nein, lieber Kopfsalat." "Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten?" "Ja." Noch ein paar Orangen und ein Paket Fleischsalat - die Tasche füllt sich. Nach einer Runde durch den Lagerraum gibt es ein Dankeschön - dann ist der Nächste dran.

"Nicht so schnell", geht Tafel-Chefin Nina Diring dazwischen. "Heute gibt's ein Geschenk." Über die Theke des Ausgaberaumes wandert eine weiter Tüte, gepackt von den Soroptimisten.

Mit Sahne

Der Frauenclub hatte Ende November im real-Markt für die Tafel gesammelt. Unter dem Motto "Kaufen Sie ein Teil mehr" kamen viele Bananenkisten mit Lebensmitteln zusammen, die den Bedürftigen die Weihnachtstage versüßen sollen. "Oh, sogar mit Sahne", sagte die ältere Dame und strahlt, während sie sich noch mehrmals bei Nina Diring bedankt.

Eine halbe Stunde später sind die Berge an Lebensmitteln deutlich kleiner geworden. Doch noch immer warten über 20 Menschen auf ihre Wochenration. "Wir wissen nie was morgens zum Verteilen bekommen", sagt Diring. "Doch am Ende bleibt nix übrig."

Weihnachtsgeschenk

Fast 1000 Castrop-Rauxeler bekommen nicht genügend zu Essen. Sie alle werden von der Tafel unterstützt. Einige kommen allein, andere bringen ihre Kinder mit. Und für die Jüngsten hat Nina Diring noch eine Überraschung.

"Komm mal mit", sagt sie zu einem sechsjährigen Mädchen und entführt die Kurze in den Nebenraum. Dort stehen Weihnachtsgeschenke der Kinder der katholischen Kindergärten. "Eins ist für dich", sagt die Tafel-Chefin und weiß genau, dass sie mit diesem Satz für ein unvergessliches Weihnachtsfest gesorgt hat.

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