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The Boc‘s: Die Band, die nie eine Band werden sollte

CAS-Sounds - Folge 17

The Boc’s gibt es seit 2001. Eine lange Zeit für eine Band, die eigentlich keine sein wollte. Wie sie es doch wurde, erklären wir in Teil 17 unserer Serie. Und lauschen in ihrem Probenraum an der Oskarstraße dem Song „P stands for Paddy“.

CASTROP-RAUXEL

, 20.02.2018

Lange Jahre vagabundierten Nils Dammeier und seine Mitspieler zwischen verschiedenen Musikstilen umher. Im Klang der Grünen Insel – dem Irish Folk – fanden sie dann vor ein paar Jahren eine Heimstätte.

„Eigentlich sollte das nie eine Band werden“, erklärt Boc’s-Bassit Nils Dammeier. Als Berufsschüler legte sich der heute 42-Jährige einen E-Bass zu. „Ich fand das Instrument interessant und habe mir für 300 Euro ein ganz billiges Set mit Verstärker gekauft“, so Dammeier. Lars Jerchel aus seiner WG spielte Gitarre. Und so wurde erst mal in der Küche geprobt. Alexander Rzymek am Keyboard und Torben Wolf (43), der auch heute noch das Schlagzeug bedient, kamen dazu.

Auftritt als „Musikclowns“

„Wir haben ein paar Jux-Songs gemacht, vier Akkorde, dazu blödsinnige deutsche Texte“, so Dammeier, „wir wollten spaßeshalber mal vor Freunden auftreten, sozusagen als Musikclowns.“ So nannten sie sich Los Bocadillos, nach der spanischen Sandwich-Variante. Das Brötchen wurde zum Logo. Dann der erste Auftritt im THW-Heim. „Die Resonanz war so na ja“, sagt Dammeier, „aber es hat Spaß gemacht.“

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In der Küche konnten die Bocadillos jedoch nicht mehr proben – ein WG-Bewohner hatte Wechselschicht. Also zogen sie um, zunächst in eine Garage, dann in den Proberaum. Die Musiker begannen ihre Fähigkeiten autodidaktisch zu verbessern. „Da haben wir gemerkt: Oh Mist, jetzt haben wir ja doch ‘ne Band“, so Dammeier, „das Ganze hat sich verselbstständigt.“

The Boc‘s: Die Band, die nie eine Band werden sollte

The Boc’s spielen seit 2001 zusammen. Musikalisch wussten sie lange nicht, wo die Reise hingehen soll. Ihre Heimat fanden sie dann im Irish Folk.  © Christian Püls

Eigene Songs entstanden, ein bisschen Punk, ein bisschen Rock, dazu ein paar parodistische Einlagen und ein Stück mit Hörspielqualitäten. Es folgten Auftritte in den Kneipen Provinz und Wartburg. „Zwei bis drei mal im Jahr, aber es ist schwer, mit solcher Musik Fuß zu fassen“, so Dammeier. „Castrop-Rauxel hat keine große Musikszene, aber eine ausgeprägte Metal-Szene.“

"Wir haben uns billig verkleidet und unsere Band in den Ansagen richtig schlecht gemacht"

The Boc’s haben es ihrem Publikum aber auch nicht immer leicht gemacht; als sie beispielsweise als ihre eigene Vorband Empty Ashtrays auftraten. „Wir haben uns billig verkleidet und unsere eigentliche Band in den Ansagen richtig schlecht gemacht“, erklärt Dammeier, „das haben die Leute nicht kapiert.“

Seit ein paar Jahren macht die Band Irish Folk. Traditionelle irische Lieder zählten bereits früher zum Repertoire, nun bilden sie das komplette Programm, zusammen mit zwei Eigenkompositionen. Mindestens einmal pro Jahr – beim Gemeindefest von St. Josef in Habinghorst – geben sie es zum Besten.

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Der Name The Boc’s kam mit Gitarrist Michael Kortmann (28) vor acht Jahren zur Band. „Da wir uns auf keinen anderen Namen einigen konnten, haben wir Bocadillos einfach abgekürzt und ein The davor klingt immer gut“, erzählt Kortmann mit einem Lachen. Sein Bruder Markus (42), ebenfalls Gitarrist, war zu Küchenproben-Zeiten noch Sänger. Diesen Posten übernahm zwischenzeitlich Jens Dammeier, der 2015 die Band verließ. Ein Jahr später kam Fred Fröhlich dazu. Der 47-Jährige hatte zuvor keinerlei Band-Erfahrung.

In unserem Video spielen The Boc’s das irische Traditionell „P stands for Paddy“. „Wir biegen uns die Songs zurecht, bis sie für uns passen“, sagt Dammeier. Mit ihrer mehrstimmigen Interpretation ist den fünf Musikern eine eingängige Variante gelungen.
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