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"Tisch & Design" in der Castroper Altstadt schließt

Ausverkauf bis Ende Januar

Es ist ein Eckpfeiler der Castroper Altstadt, der jetzt wegbricht. Bei "Tisch & Design" gehen die Lichter für immer aus. Die bei ihrer Stammkundschaft so beliebte Geschäftsfrau Marianne Kreuch wirft das Handtuch und gibt auf. Warum?

CASTROP

, 06.10.2017
"Tisch & Design" in der Castroper Altstadt schließt

Warteschlange an der Kasse bei "Tisch & Design" am Donnerstag: Das hat Marianne Kreuch lange nicht erlebt.

„Ich bin sehr traurig“, sagt Marianne Kreuch. Aber es müsse halt auch zum Leben reichen. Und das hat es in der letzten Zeit finanziell eben nicht mehr. Spätestens zum 31. Januar 2018, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion, macht das Fachgeschäft an der Dortmunder Straße 4 zu.

Am Donnerstag war es proppenvoll im Laden, an der Kasse bildeten sich Schlangen. „So ist das halt in Castrop“, sagt sie – nicht ganz ohne Bitterkeit. Klar, bei Aktionen wie jetzt, wo draußen der Maler mit weißer Farbe auf die Schaufenster gepinselt hat, dass die Preise bis zu 67 Prozent in den Keller purzeln, seien die Leute gekommen – aber auf Dauer eben zu wenig.

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„Und das tut so weh“, erklärt die 55-Jährige, die fast auf den Tag genau seit elf Jahren selbstständig ist, vorher einige Jahre als Abteilungsleiterin bei Mollen arbeitete. Und alle in der Stadt froh waren, dass es an diesem Stammhaus weitergegangen ist. „Eigentlich war Castrop mir zur Heimat geworden“, sinniert sie. Jetzt könne sie abschließen – auch innerlich. Und was kommt danach? „Auf Jobsuche gehen“, sagt die 55-Jährige, die in Essen wohnt. Und dafür bekannt ist, für feine Markenware und Co. keine Apothekerpreise zu verlangen.

Sauber will Marianne Kreuch abschließen: Sie habe noch Ware bestellt, und jeder Lieferant solle ordentlich bezahlt werden. „Wir sind sehr traurig“, sagt auch Geschäftsmann Thomas Mollen, dessen Mutter die Vermieterin ist. Das Aus von Marianne Kreuch sei ein Riesenverlust für Castrop. Und das Sortiment mit Porzellan, Hausrat, Geschenkartikeln gebe es so auch in der näheren Umgebung nicht mehr. „Wir werden selbstverständlich versuchen, da wieder eine gute Lösung hinzukriegen“, sagte Mollen.

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