Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Trampoline in Castrop-Rauxels Kleingärten erlaubt

Kein Verbot wie in Dortmund

In Dortmunder Kleingärten droht Ärger: Trampoline mit mehr als einem Meter Durchmesser dürfen dort nicht mehr aufgestellt werden. Während sich zahlreiche Städte im Umkreis anschließen, können sich Kinder in Castrop-Rauxeler Kleingärten auch zukünftig austoben. Aber es gibt durchaus auch andere Meinungen zum Thema.

CASTROP-RAUXEL

von Sven Lüüs

, 22.03.2017
Trampoline in Castrop-Rauxels Kleingärten erlaubt

Arda (l.) und Alberen toben ausgelassen auf dem Trampolin in der Kleingartenanlage am Schellenberg. Können sie das auch in Zukunft noch?

Die Unfallgefahr, die von den Geräten ausgehe, sei aus Sicht des Bezirksverbands Castrop-Rauxel/Waltrop nur vorgeschoben. „Wir können nicht einerseits sagen, dass wir mehr Nachwuchs in den Kleingärten wollen, und dann Spielzeug verbieten“, sagt Stephan Bevc , Vorsitzender des Bezirksverbands Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner. In Castrop-Rauxel dürfen Kleingärtner deshalb auch zukünftig Trampoline mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern aufstellen.

Auch ein Netz, das um das Trampolin herum gespannt wird und in Dortmund nicht erlaubt ist, sei kein Problem. Wichtig, so der Vorsitzender des Bezirksverbands, sei, dass die Nutzungsvorgaben von den Pächtern trotzdem erfüllt werden: Auf einem Drittel der Fläche müssen die Gärtner etwas anbauen.

Rücksicht auf andere ist immer nötig

Auch bei der Versicherung sieht Bevc keine Probleme: „Wer das Gerät aufstellt, muss auch haften. Damit haben wir dann nichts zu tun.“ Zudem ergebe es seiner Meinung nach keinen Sinn, Sicherheitsnetze zu verbieten und gleichzeitig auf erhöhte Verletzungsgefahr zu verweisen. Vielmehr vermutet er, dass viele der Argumente für die Neuregelung bloß Vorwand seien. „Ich glaube, dass die Lärmbelästigung der eigentliche Grund ist“, sagt Bevc. „Wenn ich einen Kleingarten habe, muss ich aber damit rechnen, dass da auch Kinder in der Nähe sind.“ Mit ein wenig Rücksicht sollte das aus seiner Sicht keine Probleme darstellen.

Das sehen die Castrop-Rauxeler Gärtner aber unterschiedlich. „Ein Trampolin im Nachbargarten würde mich definitiv stören“, sagt Siegfried Schönheit. Im Garten nebenan spielten Kinder ruhig mit Geräten – das störe ihn nicht. Kinder, die sich auf einem Trampolin austoben, seien ihm aber zu laut. Der Kleingärtner Gerhard Pfützenreuter ist anderer Meinung: „Die Dortmunder Regelung ist der größte Quatsch, den es gibt.“ Er habe seit zwei Jahren einen Nachbargarten mit einem Trampolin. „Die Kinder springen mal eine Stunde lang auf dem Trampolin und dann sind sie müde und es ist wieder ruhig“, sagt Pfützenreuter.

Die Regel aus Dortmund stößt auf Unverständnis

Auch Dieter Koch möchte diese Regel aus Dortmund nicht in der Kleingartenanlage am Schellenberg haben: Die aktuelle Ordnung in Castrop-Rauxel finde er gut. „Wenn jemand ein großes Trampolin hat und mehrere Kinder dazu kommen, wird das schon laut. Aber Kinder müssen auch mal laut sein können“, sagt der Castroper. Aus seiner Sicht wäre es gut, wenn der Kauf eines Trampolins mit dem Kleingarten-Vorstand und Nachbarn abgesprochen werde.

Bisher habe es am Schellenberg keine Beschwerden wegen Trampolinen gegeben. Das bestätigt der stellvertretende Vorsitzende des Kleingarten-Vereins, Peter Sebastian.

Lesen Sie jetzt