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"Verlieren Sie Ihren Humor nicht"

CASTROP-RAUXEL Weniger ist mehr - das hat Diplom-Psychologin Annette Hage-Utz von der Psychologischen Beratungsstelle Castrop-Rauxelern als Devise für die Adventszeit mit auf den Weg gegeben. RN-Redakteurin Julia Grunschel fragte die 55-Jährige, was man jetzt noch tun kann, damit das Weihnachtsfest tatsächlich ein Fest der Liebe und Harmonie wird.

23.12.2007

Da kann ich nur wieder sagen: Weniger ist mehr. Schreiben Sie einen Gutschein anstatt noch in die Stadt zu hetzen. Verbringen Sie die Zeit lieber mit den Kindern, spielen mit ihnen oder gehen gemeinsam im Wald spazieren. Da haben alle mehr von. Und ein gekaufter Kuchen tut es doch auch.

Der Kirchbesuch heute Abend ist in vielen Familien ein fester Programmpunkt. Wie reagieren Eltern ab besten, wenn Jugendliche sich weigern, mitzugehen? Hage-Utz: Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie in die Kirche gehen wollen und dass Sie sich freuen würden, wenn es mitkommt. In Familien, die den Kirchbesuch vor dem christlichen Hintergrund sehen, wird es kaum Probleme geben.

Weihnachten ist ein Fest der Familie. Was raten Sie Eltern, deren Kinder abends noch in die Disko wollen? Hage-Utz: Eltern sollten das akzeptieren und lieber auf zwei/drei harmonische Stunden setzen. Das ist besser als zwanghaft zusammen zu sitzen. Es gibt nun mal eine Phase, in der Gleichaltrige wichtiger sind. Eltern können die Zeit wiederum für sich nutzen, in Ruhe einen Weißwein trinken und auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Was mache ich, wenn nicht alles nach Plan läuft und mal etwas daneben geht? Hage-Utz: Verlieren Sie Ihren Humor nicht. Wenn etwas schief läuft oder nicht so wie geplant, betrachten Sie die Situation mit Abstand und überlegen, wie es wäre, wenn darüber ein Film gedreht worden wäre. Die lustigsten Weihnachtsfilme sind doch immer die mit den Katastrophen. Ob aus einem Missgeschick gleich eine emotionale Katastrophe wird, hängt von der Einstellung der Erwachsenen ab.

In der Familie kriselt es zurzeit. Das Kind ist beispielsweise in der Schule auffällig geworden. Eigentlich hätte es die Geschenke ja gar nicht verdient... Hage-Utz: Geschenke sollten nie als Belohnung oder Strafe gesehen werden. Die Drohung "Das gibt es nicht, wenn sich das und das nicht ändert" sollte nie fallen. Schon gar nicht zu Weihnachten. Das schafft immer eine Reizstimmung.

Also sollten am besten keine Schulprobleme oder dergleichen auf den Tisch kommen? Hage-Utz: An Weihnachten sollte das immer außen vor bleiben. Schließlich feiern wir ein Fest der Liebe.

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