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Vier Monate nach dem Brand an der Grimbergstraße gibt es kaum Fortschritte

Brandhaus

Ausziehen oder ausharren? Seit über vier Monaten müssen sich die Mieter des Brandhauses an der Grimbergstraße diese Frage stellen. Das Betretungsverbot ist bis Ende September verlängert.

Castrop-Rauxel

, 27.07.2018
Vier Monate nach dem Brand an der Grimbergstraße gibt es kaum Fortschritte

Am Brandhaus an der Grimbergstraße wird seit Montag ein Gerüst aufgebaut. © Foto: Schlehenkamp

Seit Anfang der Woche tut sich etwas: Ein Gerüst ist vor dem Haus aufgebaut worden, um die Fassade nach dem verheerenden Brand im März zu erneuern, bestätigt Hausbesitzer Christian Plätzsch. Zu den Arbeiten im Innern – vor allem an der Treppe – wollte er sich trotz mehrfacher Anfrage nicht äußern. Es fehlten Informationen eines Statikers. Die Mieter seien aber stets auf dem aktuellen Stand.

„Die Mieter sitzen quasi zwischen den Stühlen“

„Die Mieter sitzen quasi zwischen den Stühlen“, entgegnet Rechtsanwalt Jürgen Wischnewksi. „Zum Teil haben sie gekündigt, sind in einer neuen Wohnung oder weiter bei Bekannten.“ Der 69-jährige Brandverursacher sei in ein Heim gezogen. Für Wischnewksi sei es selbstverständlich gewesen, den Brandopfern aus der Nachbarschaft zu helfen. Jedoch war im Haus kaum jemand versichert.

Ein Paar aus dem dritten Stock habe Streit mit der Hausratversicherung: Eine zunächst aus dem Kopf angefertigte Liste mit Gegenständen aus der verbrannten Wohnung müsse das Paar aktualisieren. Doch um das Haus zu betreten, bedarf es einer Genehmigung. Trotzdem kämen die Mieter regelmäßig, um die Post abzuholen. Mehrmals hätten sie in den vergangenen Monaten ihre Bleibe gewechselt, doch eigentlich wollen sie wieder zurück.

Dauer der Renovierungszeit unterschätzt

Dass die Renovierung so lange dauert, damit hat wohl keiner gerechnet. „Das zieht sich länger als ein Neubau“, so Plätzsch. „Handwerker stehen nicht mehr parat, gerade im Sommer.“

Jürgen Wischnewksi und sein Mitarbeiter Manuel Synowczyk haben nach dem Brand eine Spendenaktion gestartet. Doch die Sachspenden sind noch bei den Spendern. Schließlich sind die Brandopfer, die nicht ausgezogen sind, noch nicht zurück in ihren ausgebrannten Wohnungen und benötigen so auch keine neuen Möbel. „Wir haben nichts zwischengelagert“, sagt der Rechtsanwalt. Sobald ein Bezugstermin in Aussicht steht, wolle er erneut auf die Hilfe aufmerksam machen.

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