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Was steckt hinter der Blaufärbung der Emscher?

Emscher

Der Landwehrkanal hat am Montag blaues Wasser geführt. Der Grund ist noch nicht bekannt. Spielt die Emscher jetzt verrückt?

Castrop-Rauxel

, 06.09.2018
Was steckt hinter der Blaufärbung der Emscher?

So sah der Landwehrbach am Dienstag am Westring aus. © Abi Schlehenkamp

Dass der Himmel über dem Ruhrgebiet einmal wieder richtig blau würde, das hat vor mehreren Jahrzehnten die Ikone der Sozialdemokratie, Willy Brandt, gesagt. Dass im Wasser der einst Schwatten jede Menge Fische schwimmen, längst Realität. Dass das Wasser der Emscher aber knallblau ist, hört sich doch eher nach Fata Morgana an. Und doch ist es wohl wahr. Montagnachmittag hinter der Gärtnerei Drippe an der Herner Straße hat das Wasser im Landwehrbach so ausgesehen, als hätte jemand eine ungeheuer große Menge an Tintenpatronen entleert.

Beweis-Foto taucht in Facebook-Gruppe auf

Aufgetaucht im wahren Wortsinn ist das einmal mehr in der Facebook-Gruppe „Du bist Castoper, wenn...“ Die Userin hat auch das Beweis-Foto dazu gestellt. Erklärungsversuche folgten prompt. Von Klosteinen war ebenso die Rede wie von Tintenpatronen, von ausgepressten Schlümpfen oder auch, dass es früher geheißen habe, wenn sie in Dortmund Bierkästen produzierten, verfärbten sich die Emscher-Nebenflüsse. Das mit der Bierstadt Dortmund ist ja nun von Gestern.

Plausibel ist der Ansatz von Gruppenadministrator Guido Baumann. Als Erklärung für die Blaufärbung sagt er: „Ich vermute mal, um heraus zu bekommen, wo das Wasser überall ankommt. Da gibt es extra ein Färbemittel. In den vielen Jahren gibt es mit Sicherheit Lücken in der Dokumentation und so kann man nachverfolgen, wo welches Wasser landet. Und man kann prüfen, ob auch alles richtig angeschlossen ist. In die renaturierte Emscher soll ja nur noch sauberes Wasser.“

Probleme bei einer Rückstellprobe

Richtig, es läuft ja gerade diese Riesen-Nummer von der Emschergenossenschaft mit dem neuen Abwasserkanal. Für rund 37 Millionen Euro wird dieser auf einer Länge von 3,45 Kilometern unterirdisch vorgetrieben. Und zwar am Landwehrbach und am Börsinghauser Bach. Auf genau diese Maßnahme weist die Emschergenossenschaft auf großen Tafeln etwa an der Herner Straße oder auch am Westring neben Lidl hin, wo Dienstagmorgen das Wasser im Kanal kein bisschen blau war. Der Kanalbau unterquert auf dieser Strecke übrigens die A 2 und zwei Strecken der Deutschen Bahn.

Aber zurück zum Erklärungsversuch: Die Emschergenossenschaft war Mittwochvormittag vor Ort. Pressesprecher Ilias Abawi sagt auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir konnten auch die Verfärbung feststellen. Sie war jedoch kurze Zeit nach dem Eintreffen wieder weg.“ Somit habe man keine Rückstellprobe sicherstellen können. Die Suche nach einem unmittelbaren Einleiter sei zudem ohne Erfolg gewesen. „Wir werden das jetzt dem EUV melden“, erklärt Abawi. Außerdem will die Emschergenossenschaft in den kommenden Tagen dort gesondert Kontrollen durchführen. Dienstag war das Wasser angeblich rot. Ein Beleg ist nicht aufgetaucht.

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