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Revierfolklore: Fotograf fuhr fast 700 Grubenwagen ab

Castrop-Rauxeler Förderwagen in großer Ausstellung

Martin Holtappels steht kurz vorm Fotografen-Ruhestand. Er hat in den vergangenen Monaten für ein besonderes Projekt fotografiert. Es wuchs mit der Zeit und lässt ihn heute nicht mehr los: Holtappels fotografierte für den LWL fast 700 Grubenwagen in NRW, darunter mehrere Dutzend in Castrop-Rauxel.

Bochum-Hordel / Castrop-Rauxel

, 02.05.2018
Revierfolklore: Fotograf fuhr fast 700 Grubenwagen ab

Martin Holtappels, Fotofgraf des LWL-Industriemuseums mit acht Standorten im Ruhrgebiet, fotografierte im vergangenen Jahr knapp 700 Grubenwagen in ganz NRW. © Tobias Weckenbrock

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Revierfolklore und die Grubenwagen der Region

26.03.2018
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Dietmar Osses (unten) und Lisa Weißmann eröffnen die Ausstellung Revierfolklore auf Zeche Hannover in Bochum-Hordel an der Stadtgrenze zu Herne.
Fotografien von Martin Holtappels, der über 650 Standorte von Grubenförderwagen fotografierte.
Dietmar Osses ist Kurator der Ausstellung Revierfolklore, die vom Ruhrgebiet zwischen Heimatstolz und Kommerz spielt.
Dietmar Osses ist Kurator der Ausstellung Revierfolklore, die vom Ruhrgebiet zwischen Heimatstolz und Kommerz spielt.
Hammer und Schlägel: Kein Zeichen symbolisiert so sehr den Bergbau wie diese Werkzeuge.
Martin Holtappels, Fotofgraf des LWL-Industriemuseums mit acht Standorten im Ruhrgebiet, fotografierte im vergangenen Jahr knapp 700 Grubenwagen in ganz NRW.
Fotografien von Martin Holtappels, der über 650 Standorte von Grubenförderwagen fotografierte.
Dietmar Osses ist Kurator der Ausstellung Revierfolklore, die vom Ruhrgebiet zwischen Heimatstolz und Kommerz spielt.
In diesen Körben wurden einst die Grubenwagen durch den Schacht auf Zeche Hannvoer nach unten oder oben transportiert.
Dietmar Osses kuratierte die Ausstellung Revierfolkore.
In diesen Körben wurden einst die Grubenwagen durch den Schacht auf Zeche Hannvoer nach unten oder oben transportiert.
Dietmar Osses kuratierte die Ausstellung Revierfolkore.
Hammer und Schlägel: Kein Zeichen symbolisiert so sehr den Bergbau wie diese Werkzeuge.
Der Grubenwagen des SPD-Ortsvereins in Castrop-Rauxel ist Teil der Fotoausstellung auf Zeche Hannover in Bochum Hordel. Hier sind rund 100 Fotografieren im Malakow-Turm zu sehen.
Platten mit Ruhrgebiet-Folkore sind Teil der Ausstellung Revierfolklore auf Zeche Hannover. Auch Titel von Erwin Weiß sind Bestandteil der Sammlung.
Der Grubenwagen des SPD-Ortsvereins in Castrop-Rauxel ist Teil der Fotoausstellung auf Zeche Hannover in Bochum Hordel. Hier sind rund 100 Fotografieren im Malakow-Turm zu sehen.
36 Bilder von Grubenförderwagen sind im Malakow-Turm von Zeche Hannover zu bestaunen. Das sind aber nur fünf Prozent aller Förderwagen, die Martin Holtappels in einem halben Jahr fotografiert hat.
In diesem Turm der Zeche Hannover sind die Grubenwagen-Fotos zu sehen - auch Exemplare aus Castrop-Rauxel, wo um die 40 Förderwagen im Stadtgebiet stehen, sind zu sehen.
In diesem Turm der Zeche Hannover sind die Grubenwagen-Fotos zu sehen - auch Exemplare aus Castrop-Rauxel, wo um die 40 Förderwagen im Stadtgebiet stehen, sind zu sehen.
Dietmar Osses und Lisa Weißmann, Kuratoren der Ausstellung Revierfolklore auf Zeche Hannover. Ein Teil dieser Ausstellung sind die Fotos von rund 100 Grubenwagen.
Fotograf Martin Holtappels suchte knapp 700 Standorte von Grubenwagen im Rhein-Ruhrgebiet auf und dokumentierte sie anhand von Fotos.
In der Ausstellung "Revierfolklore" sind verschiedene Ausstellungsgegenstände zu sehen - auch dieser Bergmann mit Laterne.
Dietmar Osses und Lisa Weißmann, Kuratoren der Ausstellung Revierfolklore auf Zeche Hannover. Ein Teil dieser Ausstellung sind die Fotos von rund 100 Grubenwagen.
Dietmar Osses und Lisa Weißmann, Kuratoren der Ausstellung Revierfolklore auf Zeche Hannover. Ein Teil dieser Ausstellung sind die Fotos von rund 100 Grubenwagen.
Martin Holtappels, Fotofgraf des LWL-Industriemuseums mit acht Standorten im Ruhrgebiet, fotografierte im vergangenen Jahr knapp 700 Grubenwagen in ganz NRW.
Fotografien von Martin Holtappels, der über 650 Standorte von Grubenförderwagen fotografierte.
Wir trafen den Fotografen dort, wo jetzt seine Werke zu sehen sind: im Malakow-Turm auf Zeche Hannover, einem der Industriemuseen des Landeschaftsverbandes Westfalen-Lippe, im Bochumer Ortsteil Hordel. Dort sind etwa 80 seiner über 660 Fotos von Förderwagen, die früher in den Bergwerken des Ruhrgebiets unter Tage im Einsatz waren und das „schwarze Gold“ aus dem Boden unter unseren Füßen ans Tageslicht beförderten.

„Manche sind toll gepflegt“, so Martin Holtappels im Interview mit unserer Redaktion, „manche nur ein Stück rostender Schrott.“ Auf rund 30 Prozent taxiert er den Anteil der verkommenen Wagen, die nicht mehr gepflegt werden.

„Wir hatten das als kleineres Unterfangen gesehen“

Lisa Weißmann, Kuratorin der Ausstellung „Revierfolklore“, unterstreicht den Wert der Fotos und die Erinnerungskultur, die damit verbunden sind. Gegenüber unserer Redaktion sagte sie: „Wir hatten das als kleineres Unterfangen gesehen, es ist aber zu einer sehr großen Fotoserie geworden.“ Man wolle nicht die Erinnerungskultur verändern, nicht zu einer Folklorisierung des Bergbaus beitragen. „Wir wollten einfach eine Bestandsaufnahme machen“, so Weißmann.

„Ich sehe in jedem Grubenwagen auch einen Spiegel. Es steckt vieles dahinter. Mich hat dieses Thema richtig gepackt“, sagt Holtappels.

Diese Grubenwagen aus Castrop-Rauxel sind dabei

Ein Grubenwagen des SPD-Ortsvereins Rauxel von 1988 und der Förderwagen von Georg Zimoch auf Schwerin sind Bestandteil der Ausstellung. Sie ist zu sehen seit dem 23. März 2018 und noch bis zum 28. Oktober auf Zeche Hannover, Günnigfelder Straße 251, in Bochum.

Revierfolklore: Zwischen Heimatstolz und Kommerz. Das ist der Titel der Ausstellung, bei der die Fotos von Martin Holtappels nur ein Bestandteil sind. Es geht darin um das Ruhrgebiet am Ende des Bergbaus in der Populärkultur. Gezeigt werden mehr als 200 Exponate: alte und neue Stücke aus Kohle und Kunststoff, Metall und Vinyl, Andenken und Objekte aus der Imagewerbung, dem Fußball, der Musik sowie der Ess- und Trinkkultur des Reviers.