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Drei Buden machen Programm

Zweiter Tag der Trinkhallen in Castrop Rauxel

Es bedarf keines Blickes in die Statistik, um zu erkennen: In den vergangenen 15 Jahren musste zahlreiche Betreiber ihre Trinkhalle oder ihren Kiosk schließen. Das Geschäft lohnte sich nicht mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig. Um auf diese Existenzbedrohung der Buden aufmerksam zu machen und ihre soziale Funktion zu würdigen, gibt es in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2016 den Tag der Trinkhallen. Auch drei Kioske aus Castrop-Rauxel sind dabei. Wir haben gefragt, was für ein Programm es geben wird.

CASTROP-RAUXEL

, 15.05.2018
Drei Buden machen Programm

Die Bon-Bon-Bude ist beim zweiten Tag der Trinkhalle ebenso dabei wie der Markt-Kiosk und Ullas kleine Welt. © Volker Engel

Am Samstag, 25. August 2018, werden die Buden, die so sehr zur Identität und Kultur des Ruhrgebietes zählen, gewürdigt. Von 15 bis 22 Uhr wird es vor 50 ausgewählten Kiosken der Region eine große Sause mit einem bunten Rahmenprogramm geben. Und diese 50 Kioske wurden vom Projektträger, der Ruhrtourismus GmbH, nicht willkürlich ausgewählt, sondern sind die Sieger der Bewerbungsphase, die bis zum 18. März 2018 lief.

Teilnehmen werden aber deutlich mehr Kioske. Einziger Unterschied zu den Siegern: Sie bekommen kein kuratiertes und finanziertes Kulturprogramm vom Projektträger geschenkt. Wie genau dieses Programm aussieht, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Sarah Thönneßen, Pressesprecherin der Ruhrtourismus GmbH, sagt auf Nachfrage: „Die Details werden wir natürlich vorher noch auf einer Pressekonferenz bekannt geben, aber noch halten wir die Spannung hoch.“

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Aus Castrop-Rauxel sind die BonBon Bude, der Markt-Kiosk und die Trinkhalle Ullas kleine Welt dabei. Oder besser gesagt: Wieder dabei. Ralf Mauermann, Inhaber der BonBon Bude, sagte bereits im Februar diesen Jahres: „Wir freuen uns schon wieder total auf dieses Event. Deswegen haben wir auch direkt unsere Bewerbung eingereicht. Man hat uns sogar gesagt, dass wir die Ersten gewesen seien.“ Ein Einsatz, der sich auszahlte, denn sein Kiosk zählt zu den 50 Büdchen, die ein Kulturprogramm geschenkt bekommen. „Insgesamt haben sich 120 Buden beworben. Aus Castrop-Rauxel waren es der BonBon Kiosk und Ullas kleine Welt. Der Markt-Kiosk hat sich nach dem Ende der Bewerbungsfrist noch dazu entschlossen, so teilzunehmen. Das freut uns natürlich“, berichtet Sarah Thönneßen.

Kadir Demir vom Markt-Kiosk berichtet: „Wir sind jetzt schon oft von unseren Kunden gefragt worden, ob wie wir wieder am Tag der Trinkhallen teilnehmen und wann der Tag ist. Daher war für uns klar, dass wir wieder mitmachen werden.“ Der Grund läge ja auf der Hand, so Demir. „Wir gehören einfach zu der Stadt und dem Marktplatz dazu. Und die Menschen zu uns.“ Kadir verspricht zudem ein kulinarisch vielfältiges Angebot. „Wir werden grillen, Hot-Dogs anbieten und unsere Spezialität: Gekochten Mais im Becher mit verschiedenen Soßen.“

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Ziel des Tages der Trinkhallen sei es, die soziale Funktion und ihre Wichtigkeit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, erläutert Nina Dolezych, ebenfalls Pressesprecherin beim Ruhrtourismus. Und sie erklärt: „Die Trinkhallen sind fester Bestand der Alltagskultur und Ikonen des regionalen Identität im Ruhrgebiet. Als „Dorfplatz der Großstadt“ ist kaum ein anderer Ort so eng mit der Geschichte und den Menschen des Ruhrgebiets verbunden, wie die Trinkhallen.“ Durch das Kulturprogramm würde diese Buden besonders in Szene gesetzt und ins Gedächtnis der Menschen gerufen.

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Der Höhepunkt des Trinkhallenbooms nach dem Zweiten Weltkrieg war 1960 erreicht. Besonders der Bergbau, also die Zechenarbeiter, sorgten dafür, dass die Trinkhallen und Kioske guten Umsatz machten. Professor Hendrik Schröder vom Lehrstuhl für Marketing und Handel von der Universität Duisburg Essen erklärt: „Die Probleme für die Kioske begannen mit dem Ende des Bergbaus in der Region. Damit ist ein ganzer Absatzmarkt weggebrochen.“ Heute gebe es in der Ruhrregion noch 8000 Kioske, berichtet Nina Dolezych und sie sagt: „Die Kioske sind nach wie vor lebendiger Ausdruck der Industriekultur und haben einen hohen Stellenwert.“
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