Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Aus der Emscherkunst ein „Verlust“ und „fahrlässig“

Aktions-Ausstellung steht womöglich vor dem Ende

Die Ausstellung Emscherkunst war stets ein besonderer Hort der Kultur in Castrop-Rauxel, bekannt über die Stadtgrenzen hinweg. Jetzt wird bei den „Urbanen Künsten Ruhr“ über ein Ende des Formats diskutiert. Das kommt in Castrop-Rauxel zunächst mal nicht gut an.

Castrop-Rauxel

, 28.05.2018
Aus der Emscherkunst ein „Verlust“ und „fahrlässig“

Der Black Circle Square von Massimo Bartolini wurde 2016 installiert. Wenn es keine Emscherkunst-Ausstellung mehr gäbe, würde es dann noch solche Kunstwerke, die Installationscharakter haben, entlang des Flusses noch geben? © Haiko Hebig (Archiv)

Bürgermeister Rajko Kravanja hat mit Enttäuschung auf die Pläne reagiert, die „Emscherkunst“ nicht erneut stattfinden zu lassen. Britta Peters, die seit Januar die „Urbanen Künste Ruhr“ leitet (Nachfolgeorganisation der Kulturhauptstadt Ruhr 2010), hatte angekündigt, die verschiedenen Aktivitäten bündeln zu wollen. „Deshalb möchte ich auch die Emscherkunst nicht als temporäres Format über zwei bis drei Monate im Sommer, sondern nachhaltig weiterführen“, sagte sie gegenüber unserer Kultur-Redaktion.

„Eine neue Perspektive ihrer Heimat“

„Das Ende der Emscherkunst wäre ein herber Verlust für unsere Region“, sagte nun Kravanja auf Anfrage unserer Redaktion. „Sie hat nicht nur viele Besucher von außerhalb in unsere Städte gezogen, sondern auch den Menschen aus dem Ruhrgebiet eine neue Perspektive ihrer Heimat eröffnet.“ Der Bürgermeister war im Jahr 2016 Vorsitzender des Beirates der Emscherkunst und ist ein großer Freund der Emscherkunst. „Ich hoffe, dass sich die Urbane Künste Ruhr noch besinnen und diese erfolgreiche Veranstaltung doch fortsetzen“, so Rajko Kravanja.

Martin Oldengott, in der Stadtverwaltung für Stadtentwicklung zuständig, meinte: „Es wäre fahrlässig, eine allseits bekannte Marke wie die Emscherkunst aufzugeben für ein neues und unbekanntes Format.“

„Moment der Verstetigung“


Geplant ist laut Britta Peters die Entwicklung eines Skulpturenpfades entlang der Emscher, wo schon viele Werke aus den bisherigen drei Ausgaben der Emscherkunst stehen. Denen wolle man nach und nach weitere Arbeiten hinzufügen. Britta Peters sieht das als ein „Moment der Verstetigung“.

Die Emscherkunst ist eine rund 50 Kilometer lange Kunstroute, die von der Emscherquelle in Holzwickede über Dortmund nach Castrop-Rauxel, Recklinghausen und Herne reicht. Im Jahr 2016 fand sie den ganzen Sommer über zum dritten Mal statt. Sie brachte unter anderem die inzwischen abgebauten Wellenbrecher von Künstlerin Nevin Aladag und die ornithologische Gastank-Installation von Mark Dion zum Hochwasserrückhaltebecken sowie den „Black Circle Square“ von Massimo Bartolini an den Lauf des Flusses. Rund 260.000 Menschen sollen laut Veranstalter-Netzwerk die Kunstwerke besucht und bestaunt und sicherlich auch darüber diskutiert haben.

In der Nähe des Wasserkreuzes mit dem Rhein-Herne-Kanal gab es die begeh- und bewohnbare Brückenskulptur „Warten auf den Fluss“ der niederländischen Künstlergruppe Observatorium zu bestaunen. Nicht weit davon entstand der „Walkway and Tower“, der noch heute bestehende Holz-Aussichtsturm von Tadashi Kawamata.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt