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Die Ex-Freundin lebte in ständiger Angst

27-Jähriger wegen Stalkings vor dem Amtsgericht

Massenhaft Nachrichten auf das Handy, Randale vor der Tür: Weil ein 27-Jähriger die Trennung nicht akzeptieren wollte, stalkte er seine Ex-Freundin. Jetzt stand er deswegen vor Gericht. Und sogar ein Motorradclub soll beim Stalking eine Rolle gespielt haben.

Castrop-Rauxel

, 03.06.2018
Die Ex-Freundin lebte in ständiger Angst

Ein 27-Jähriger stand wegen Stalkings vor Gericht.

Er hat massenhaft Nachrichten auf ihr Handy geschickt, betrunken vor der Haustür der Ex randaliert und immer wieder das Gespräch gesucht. Der 27-Jährige wollte das Aus der Beziehung nicht akzeptieren und verfolgte die 24-jährige Ex-Freundin auf Schritt und Tritt. Er gab zudem an, Mails gelesen zu haben, die die Ex-Freundin an ihre Schwester geschrieben habe. Unberechtigterweise.

Da hätten Unwahrheiten gestanden, zum Beispiel, dass er die Frau geschlagen habe, was er klären wollte. „Ich habe mich nicht mehr rausgetraut“, sagte die junge Frau als Zeugin aus. Der Ex-Freund habe sie nicht nur mit SMS bombardiert, sondern auch gedroht, die Bandidos an ihre Tür zu schicken. Als er einen Tag vor Heiligabend Sturm klingelte, habe sie die Polizei gerufen.

Zwei Monate Beziehung

Die Beziehung hatte ganze zwei Monate gedauert, viel kürzer, als das Stalking danach. Und das soll der Angeklagte nicht zum ersten Mal gemacht haben, berichtete die 24-jährige Zeugin. „Ich habe mit zwei anderen Ex-Freundinnen von ihm gesprochen“, sagte sie. Auch diese Frauen hätten über Nachstellungen und Angst gesprochen. Währenddessen beteuerte der Angeklagte wiederholt, dass das Thema für ihn abgehakt sei. „Ich bin in einer glücklichen Beziehung“, tat er etliche Male kund.

Inzwischen hat die 24-Jährige alles versucht, sich ein neues Leben einzurichten. Sie hat ihre Telefonnummer geändert, ihre Mail-Adresse ebenfalls, und zieht demnächst um. Weiter weg zu einem neuen Freund. Das lässt den Schluss zu, dass beide in neuen „glücklichen Beziehungen“ leben, kein weiteres Stalking zu befürchten ist.

Geldstrafe und Sozialstunden

Deshalb stellte der Richter nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Er machte dem 27-Jährigen zur Auflage, 300 Euro Geldstrafe zu zahlen sowie 100 Sozialstunden zu leisten. Damit tat er den Mann einen großen Gefallen. Ohne Urteil gibt es keinen Eintrag im Führungszeugnis, was sich bei der Jobsuche negativ auswirken würde.

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