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Weltuntergang mit Helge Schneider

CASTROP-RAUXEL Er versprach, 2009 wiederzukommen, und darauf freuen sich Castrop-Rauxeler Fans schon jetzt. Und man darf jetzt schon sicher sein, dass die Europahalle auch dann wieder ausverkauft sein wird. Helge Schneider hat sein Publikum halt voll im Griff.

von Von Daniel Kasel

, 16.12.2007
Weltuntergang mit Helge Schneider

Helge Schneider am Samstagabend live in der Europahalle.

Im Zuge seiner „Akopalüze Nau“-Tour bot der Jazzmusiker, Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller eine unglaubliche Mischung aus skurriler Unterhaltung und fundierter Gesellschaftskritik, die das Publikum in den ausgefüllten Reihen der Europahalle vor Lachen von den Stühlen riss. Allein schon sein Auftritt mit Kunstglatze, Clownsnase, blauem Anzug und roter Fliege löste wahre Lachtiraden aus. 

Kein Auge blieb trocken Und auch wenn Helge Schneider (fast schon) ernst v  on Volksverdummung durch anspruchslose TV-Sendungen und von Umweltzerstörung sprach, blieb kein Auge trocken. „Akopalüze Nau“ – für den Bühnenstar scheinen die Grundsteine des Weltuntergangs bereits gelegt. Aber diese eher unangenehme Perspektive hielt ihn nicht davon ab, Hits wie „Telephonmann“, „Fly me to the moon“ oder „Trompeten von Mexiko“ zu präsentieren. Von Rock'n'roll über Balladen und Mariachi-Klänge bis hin zu feinstem Jazz; egal ob auf Deutsch, Englisch, Französisch, Mexikanisch, Syrisch oder à la Udo Lindenberg: Helge Schneider ist ein Meister in Sprache und Musik. Genauso virtuos wie er selbst, spielte seine fünfköpfige Combo an Schlagzeug, E-Gitarre, Kontrabass, Tuba und Perkussion. Dass der vollbärtige, langhaarige kaukasische Trommler kurze Tanzeinlagen und Jane-Fonda-Fitnessübungen auf der Yogamatte vollführte, tat der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch: das auffallend junge Publikum war außer sich.

ImprovisationstalentNeben ausgezeichneten Fähigkeiten wie diesen wurde den Konzertgästen aber Eins besonders deutlich: das absolute Improvisationstalent. Auch im Zwiegespräch mit der begeisterten Menge wurde klar, dass es bei Helge Schneider keinen abgespulten Einheitsbrei gibt: Er prahlte ganz persönlich von seinen geografischen und historischen Kenntnissen über Castrop-Rauxel, die er nach eigenen Aussagen einem Fahrplan entnahm. Besonders gefielen ihm wohl die Flüsse Castrop und Rauxel selbst – was natürlich schallendes Gelächter auslöste. Wiedersehen 2009 Glücklicherweise kündigte er sich schon am Abend vor hunderten von Zeugen für das Jahr 2009 an. Castrop-Rauxel freut sich schon jetzt.

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