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Widerspruch: Verbraucherberatung rät zu Musterbrief

Google-Street-View

Zwar sind die ominösen Google-Kamerawagen zur kompletten fotografischen Erfassung der Straßen und Häuser in Castrop-Rauxel bislang nicht tätig geworden – doch rät die Verbraucherzentrale den Bürgerinnen und Bürgern schon jetzt zum Widerspruch.

CASTROP-RAUXEL

13.08.2010
Widerspruch: Verbraucherberatung rät zu Musterbrief

Veronika Zoller von der Verbraucherezentrale.

"Wir widersprechen ausdrücklich dem Widerspruchsverfahren von Google, erst nach dem Auftauchen ungewollter Bilddateien im Internet aktiv zu werden", erklärte die Castrop-Rauxeler Verbraucherberaterin Veronika Zoller am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

"Statt dessen ist es ratsam und sinnvoll, vorab zu widersprechen, damit die Daten erst gar nicht in das Netz kommen", betonte die Verbraucherschützerin. "Wenn man einmal mit Haus und Hof im Internet gespeichert ist, weiß niemand mehr, was weiter mit den Daten passiert", gab sie zu bedenken. Deshalb habe die Verbraucherzentrale auch bereits jetzt einen Musterbrief an Google Germany in Hamburg zur Verfügung gestellt. Der zentrale Satz in dem Schreiben lautet wörtlich: "Hiermit widerspreche ich der Speicherung und Veröffentlichung von Abbildungen meines/des von mir bewohnten Hauses durch den Internetdienst Google Street View." Damit, so Veronika Zoller, wahre jedermann seine Rechte vor einem unerwünschten Eingriff in seine Privatsphäre gegenüber dem Unternehmen. Der Musterbrief ist ab sofort gegen eine Spende in der Verbraucherberatung, Obere Münsterstraße erhältlich, kann aber auch im Internet herunter geladen werden.

Hintergrund der Warnung sind bereits verfügbare Bilder im Internet, auf denen nicht nur Immobilien, sondern teilweise auch Menschen deutlich zu identifizieren sind. Während alle großen Nachbarstädte – Dortmund, Bochum, Herne, Recklinghausen – bereits systematisch fotografiert wurden, soll Castrop-Rauxel nach Informationen der Verbraucherberatung bis Ende des Jahres an die Reihe kommen. Ein genauer Zeitpunkt für die geplanten Aufnahmen sei der Stadtverwaltung nicht bekannt, erklärte Pressesprecherin Nicole Fulgenzi. Ob Google zuvor informieren werde, wisse man auch nicht. Wegen der unsicheren Rechtslage werde die Stadt zunächst nichts gegen Google unternehmen, sagte sie. Also keine Genehmigungspflicht verlangen und auch nicht mit einer Gebührenpflicht drohen, wie andere Kommunen dies offenbar erwägten.Aufgrund zahlreicher besorgter Anfragen habe man auf der Castrop-Rauxel-Seite im Internet aber einen Verweis angebracht, mit dem auf die Widerspruchsmöglichkeit aufmerksam gemacht werde. 

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