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Woher hat das Cabriolet den Blechschaden?

CASTROP-RAUXEL Erst soll er mit seinem Cabrio die Mittel-Leitplanken auf der A 2 gestreift und dann Fahrerflucht begangen haben. Tags drauf hat er dann Anzeige bei der Polizei erstattet: Unbekannte hätten sein Auto beschädigt.

von Von Gabriele Regener

, 11.08.2008
Woher hat das Cabriolet den Blechschaden?

Die Hauptverhandlung wurde vertagt.

Während sich der 38-jährige Angeklagte bei der Gerichtsverhandlung in Schweigen hüllte, hatte er bei der Anzeigenerstattung zu Protokoll gegeben, den Wagen am 28. Dezember letzten Jahres spät am Abend in der Dortmunder Nordstadt für zwei Stunden geparkt zu haben. Da müsse der Schaden, den er erst am nächsten Tag in der Garage bemerkt haben will, entstanden sein.

Das kam dem Richter dann aber doch mehr als merkwürdig vor. Denn die Fotos der Polizei zeigen einen PKW, dessen Fahrerseite stark demoliert und dessen vorderes Blinklicht abgerissen war.

Zick-Zack-KursUnd diese Schäden passen nach Auffassung des Polizisten, der als Zeuge geladen war, exakt zu den Schäden an der Leitplanke auf der A 2. Hier hatte ein 57-jähriger Autofahrer am frühen Abend des 28. Dezembers eben dieses Cabrio beobachtet, wie es im Zick-Zack-Kurs über die dreispurige Autobahn raste. Mal ganz rechts, halb auf dem Standstreifen, dann nach links bis an die Leitplanke.

Weil ihm ein Überholen zu riskant schien, hielt sich der Fahrer in sicherem Abstand hinter dem Cabrio, informierte die Polizei und gab das Kennzeichen durch.

Als dann am nächsten Vormittag vom Angeklagten Anzeige wegen Unfallflucht erstattet wurde, wurden die Ordnungshüter stutzig. Das Kennzeichen stimmte, die Schäden passten überein.

Das wollte die Anwältin des Angeklagten aber so nicht schlucken, wollte Beweise. Die soll nun ein Gutachter bringen. Obwohl der Schaden an den Leitplanken für 700 Euro behoben ist und auch der Angeklagte seinen Wagen mittlerweile repariert hat.

Schloss kaputt

Denn diese Information war dem schweigsamen Mann dann doch zu entlocken. Wie die Erklärung, warum er beim Einsteigen in sein Auto keinen Schaden bemerkt habe, obwohl die Fahrerseite arg in Mitleidenschaft gezogen war. Schloss kaputt, sagte er dazu. Deshalb sei er über die Beifahrerseite ins Auto gestiegen. Ob er mit seiner Entscheidung zu schweigen gut gefahren ist, wird sich in der zweiten Hauptverhandlung zeigen, wenn das Gutachten vorliegt.

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