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Chávez will nun Venezuelas Banken verstaatlichen

Caracas/Madrid (dpa) Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez will im Rahmen seines sozialistischen Enteignungsprogramms nun auch die drittgrößte Bank des südamerikanischen Landes verstaatlichen.

Chávez will nun Venezuelas Banken verstaatlichen

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez will die drittgrößte Bank des Landes verstaatlichen.

Die zur spanischen Santander-Gruppe gehörende Banco de Venezuela werde er «in den Dienst der Venezolaner stellen», kündigte der umstrittene Linksnationalist am Donnerstag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache an. Die «kapitalistische Bank» solle sozialistisch werden. Die Bank habe in den vergangenen Jahren große Gewinne erzielt, diese aber stets ins Ausland getragen, klagte Chávez.

Nur eine Woche nach dem Ende einer monatelangen Krise zwischen Chávez und Spaniens König Juan Carlos befürchten Beobachter nun neue Probleme in den Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die Medien in Spanien würden wahrscheinlich «die übliche Kampagne starten» und ihn als autoritär anprangern, sagte dazu Chávez. Die spanische Regierung betonte allerdings am Freitag, sie werde nicht eingreifen. «Die Verhandlungen sind völlig normal und von gegenseitigem Respekt geprägt», sagte Vize-Regierungschefin María Teresa Fernández de la Vega. «Beide Seiten sagen, dass sie voraussichtlich zu einer Einigung kommen werden, und das wahrscheinlich schon bald.»

Die Santander-Gruppe bestätigte unterdessen, dass sie mit Caracas Verhandlungen über einen Verkauf ihrer Tochter führe. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die Banco de Venezuela an einen privaten venezolanischen Investor zu verkaufen, teilte die größte spanische Bank mit. Es habe jedoch keine Einigung gegeben.

Chávez rechtfertigte die Maßnahme mit «Informationen», wonach Santander die Bank an einen venezolanischen Bankier verkaufen wollte. Seine Regierung habe das Geschäft abgelehnt. «Nun wollen wir die Bank kaufen, zurückgewinnen, da es sich ja um die Banco de Venezuela (Bank von Venezuela) handelt», sagte er.

Die Banco de Venezuela war 1994 inmitten einer schweren Krise des Finanzsektors ertsmals verstaatlicht worden. Zwei Jahre später wurde sie von Santander erworben. Mit rund drei Millionen Kunden hat sie einen Anteil von 15 Prozent am venezolanischen Bankenmarkt. In 300 Filialen beschäftigt die Banco de Venezuela knapp 5200 Mitarbeiter. Experten schätzen, dass die Übernahme der Bank den Staat rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 650 Mio Euro) kosten wird.

Die Nationalisierungen sind Teil der von Chávez im Erdölland angestrebten «sozialistischen Revolution». Der Präsident hatte zuletzt im Mai mit Ternium-Sidor den größten Stahlkonzern des Landes verstaatlicht. Zuvor hatte Caracas in diesem Jahr die Übernahme der Zementindustrie durch den Staat bekanntgegeben, von der zahlreiche ausländische Unternehmen betroffen waren. Im vergangenen Jahr waren bereits die Telefongesellschaft CANTV, die Stromfirma Electricidad de Caracas sowie Teile der Schwerölindustrie im Orinoco-Delta verstaatlicht worden.

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