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Checkeralarm: The Baseballs rock’n’rollen das Zelt

Zeltfestival Ruhr

Mitsingen kann bei den Baseballs jeder. Die Texte der Berliner Band sind aus dem Radio bestens bekannt. Nur so wie Basti, Sam und Digger am Montagabend beim Zeltfestival die Songs von Rihanna, Katy Perry und Robbie Williams interpretierten, sind sie im Radio noch viel zu selten zu hören.

BOCHUM/WITTEN

von Von Benedikt Reichel

, 30.08.2010
Checkeralarm: The Baseballs rock’n’rollen das Zelt

Basti und Digger (v.l.) von The Baseballs beim Zeltfestival Ruhr.

Drei Jungs in schwarzen Lederjacken, die Haare frisch mit Gel gestriegelt. Eine Band aus Schlagzeuger, Gitaristen, Pianisten und Klaas Wendling am Kontrabass. Ein Publikum, das noch viel zahlreicher in den Zweimaster des Zeltfestivals am Kemnader See gepasst hätte. Damit wäre die Szenerie beschrieben. Kommt noch eine Portion kräftiger Rock’n’Roll-Sound hinzu, fängt der hölzerne Zeltboden unter den Füßen an zu beben, reißt selbst hartgesottene Tanzmuffel mit, bis auch die letzten Reihen der Konzertbesucher sich im Takt zur Musik bewegt. Kurz: Das ist ein Konzert der Baseballs.Nicht nur optisch erinnern Basti, Sam und Digger an den frühen Elvis oder Buddy Holly. Sie klingen auch so. Nur dreistimmig. Ihr Rezept: Nimm einen erfolgreichen Pop-Song, pass Melodie und Rhythmus an die goldenen 50er Jahre an, und geht mit viel Spaß an der Musik auf die Bühne. Mit Rock’n’Roll-Coverversionen von Rihannas „Umbrella“ oder Katy Perrys „Hot n Cold“ zeigen The Baseballs, was wirklich in diesen Song steckt. Der dankbare Nebeneffekt: Das Publikum fühlt sich textsicher, singt und tanzt ausgelassen mit. 

Die drei Jungs in den Lederjacken geben auf der Bühne den Checker. Lässig, cool, ein bisschen Sexsymbol. Doch hinter ihrer teils großen Klappe stecken große Stimmen. Zudem haben sie eine Liveband um sich gescharrt, die über ihre Instrumente hinauswächst. Jan Miserre spielt sein Klavier in Kombination mit zahlreichen sportlichen Verrenkungen, lässt es zwischendurch in Flammen aufgehen. Tomas Svensson beweißt am Schlagzeug, dass es möglich ist, den Refrain von „Umbrella“ mit den Handflächen auf den Drums zu intonieren.

 Schade, dass nur gut 500 Leute in das viel größere Zelt zum Konzert gefunden haben. Diese feiern dafür umso ausgelassener, dass es die Stimmung nicht bremst. Schade aber, dass die Band nach 90 Minuten die Bühne räumen muss. Um 22 Uhr ist beim Zeltfestival Schicht, um Beschwerden der Anwohner zu vermeiden. „Ich hab hier nur Bäume gesehen“, witzelt Digger. Die Baseballs kommen daher noch einmal auf die Bühne. „Wir sind jetzt schon illegal“, betont Sam, dreht aber für sieben Minuten mit dem Song „The Look“ noch mal auf. Die Anwohner mögen es ihm verzeihen.