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China im Blickpunkt: Den Körper in Einklang bringen

WITTEN Schulmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Zwei Welten treffen aufeinander. Die erste analysiert naturwissenschaftlich die chemischen Prozesse im Körper, durchleuchtet ihn via Kernspintomographie und Röntgenstrahlung. Die zweite ist eine empirische Medizin und beruht auf 3000 Jahren Beobachtung des Organismus.

von Von Bianca Belouanas

, 04.08.2008

Dabei wird nicht ein einzelnes Symptom oder ein erkranktes Organ, sondern der Mensch als Ganzes betrachtet. Dr. Jü Tang kennt sie beide.

Als die Chinesin 1990 für das Studium der Humanmedizin an die Universität Witten/Herdecke kam, hatte sie in China schon fünf Jahre TCM studiert und mehrere Jahre in einem staatlichen Krankenhaus gearbeitet. Seit acht Jahren praktiziert sie im Nebengebäude A des Marienhospitals TCM, behandelt Patienten aus allen Nationen und jeden Alters. „Menschen zwischen sieben Wochen und 104 Jahren. Da wird es nie langweilig“, sagt sie und lacht. Viele wechselten allerdings erst nach einer schulmedizinischen Behandlung und langer Krankengeschichte zu chinesischen Heilmethoden.

„Die chinesische Medizin beruht auf vier Säulen: Akupunktur, Massagen, Bewegungs- und Arzneimitteltherapie, also z.B. Kräutermedizin“, erklärt Dr. Tang. Nach einem ausführlichen Vorgespräch stellt die Ärztin ein Therapieprogramm aus einer oder mehreren Säulen zusammen. TCM sei eine Weltanschauung, so Tang. „Ist ein Mensch krank, sind Yin und Yang in seinem Körper aus dem Gleichgewicht geraten, der Energiefluss ist gestört.“

Yin und Yang stünden für die beiden Seiten einer Kugel, die von der Sonne angestrahlt wird. Yin ist die schattige Seite: Sie symbolisiert Wasser, Feuchtigkeit, Fruchtbarkeit, Ruhe und Zärtlichkeit – die Frau. Die Sonnenseite ist Yang: Feuer, Himmel, Wärme, Kraft – der Mann. „Yin ist böse, Yang gut. Aber in jedem Menschen, jedem Organ, jeder Zelle ist beides vorhanden“, so Tang. Ein Weg zurück zum Gleichgewicht führt etwa über Kräuter und Mineralien. Über 2000 solcher Substanzen sind in der TCM bekannt. Eine weitere Möglichkeit ist die Akupunktur.

„Wie Autobahnen ziehen sich die Meridiane durch den Körper. An den Tankstellen, also an bestimmten Akupunkturpunkten, stechen wir Nadeln ein“, so Dr. Tang. 361 Hauptpunkte gebe es – „aber je nach Krankheit verzweigt sich das Netz weiter, so dass es eigentlich weit über 1000 gibt“. TCM und Schulmedizin, zwei Welten, „die sich gut ergänzen“, findet Dr. Tang. „Durch Analysen oder ein Röntgenbild lassen sich viele Krankheitsbilder abklären, die dann traditionell chinesisch behandelt werden können.“    Wer kein Privatpatient ist, zahlt die Behandlung aus eigener Tasche: Praxis-Tel. 02 30 2/ 1 73-16 87.