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China und Russland weiten Einfluss in Zentralasien aus

Peking (dpa) China und Russland wollen mit ihren Nachbarn in Zentralasien die wirtschaftliche Zusammenarbeit massiv vorantreiben.

China und Russland weiten Einfluss in Zentralasien aus

Der chinesische Präsident Hu Jintao (r) mit seinem turkmenischen Amtskollegen Gurbanguly Berdymuchammedow. Foto: Mark Ralston

Die Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) soll nicht mehr nur in Sicherheitsfragen, sondern auch bei der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region zur «treibenden Kraft» werden, wie Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao sagte. Zum Abschluss ihres Gipfels in Peking bekräftigten die Staatschefs der sechs Mitgliedsstaaten am Donnerstag erneut ihre Ablehnung bewaffneter Interventionen in dem Konflikt in Syrien oder im Streit mit dem Iran über dessen Atomprogramm.

Russlands Präsident Wladimir Putin unterstrich nach einem Treffen mit seinem iranischen Kollegen Mahmud Ahmadinedschad das Recht Teherans auf friedliche Nutzung der Kernenergie. Russland sei aber gegen eine Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Er nehme Irans Regierung beim Wort, dass sie keine Atomwaffen baue, zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass. Die nächste Runde der Verhandlungen über das Atomprogramm ist am 18. Juni in Moskau. Der Iran war als Beobachter zum Gipfel der Shanghai-Gruppe geladen, der auch Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan angehören.

Als weiteren Beobachter ließ die 2001 gegründete Gemeinschaft Afghanistan zu - ein Status, den neben dem Iran auch Indien, Pakistan und die Mongolei genießen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai wurde Unterstützung beim Wiederaufbau zugesichert. Der chinesische Öl- und Gaskonzern CNPC prüft den Bau einer Gas-Pipeline von Turkmenistan durch Tadschikistan und Afghanistan nach China. Auf dem Gipfel wurde auch die Türkei als Dialogpartner zugelassen - ähnlich wie schon Sri Lanka und Weißrussland. Diese Partner nehmen nicht an allen Veranstaltungen teil und haben nur Zugang zu öffentlichen Dokumenten.

Während bisher die Sicherheitspolitik und der Kampf gegen die «drei bösen Kräfte» Terrorismus, Separatismus und Extremismus im Mittelpunkt der Arbeit der Organisation standen, werden künftig auch Handel, Investitionen und Infrastrukturprojekte vorangetrieben. Die Kooperation in den Bereichen Finanz, Energie, Telekommunikation und Landwirtschaft soll ausgeweitet werden. Mit dem Bau von neuen Transportkorridoren will die Gruppe Asien und Europa verbinden.

Die sechs Länder vereinigen ein Viertel der Weltbevölkerung. Es ist die einzige internationale Organisation, in der weder die USA noch einer ihrer Partner Mitglied sind. China und Russland sehen in der SCO auch ein Gegengewicht zum Einfluss der USA. Während Russland besonders an einem besseren Verhältnis zu Zentralasien und China gelegen ist, legt Peking großen Wert auf den Kampf gegen separatistische Kräfte. Seit 2007 halten die Mitglieder auch gemeinsam Manöver ab, sind aber kein militärisches Bündnis.

SCO

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