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Christbäume aus der Heimat immer beliebter

München (dpa) ­ Ob edle Nordmanntanne, schlichte Fichte oder «Mondbaum» ­ beim Christbaum gilt inzwischen als oberste Maxime: echt muss er sein. Immer mehr echte und vor allem einheimische Bäume sorgen in der Weihnachtszeit für Stimmung in deutschen Wohnzimmern.

Christbäume aus der Heimat immer beliebter

Christbäume werden immer beliebter - An die 28 Millionen sollen in diesem Jahr einen Abnehmer finden. (Bild: dpa)

An die 28 Millionen Christbäume sollen dieses Jahr laut der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn hierzulande einen Abnehmer finden. Knapp drei Viertel davon stammen mittlerweile aus einheimischen Wäldern und Anbaugebieten. Damit ist die Vorherrschaft der Konkurrenz aus Dänemark nach mehr als zehn Jahren gebrochen.

«Die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen ist so hoch wie noch nie», sagt Johann Koch, Referent für Forstwirtschaft und Bauernwald beim Bayerischen Bauernverband (BBV). Schließlich wurden vor einem Jahrzehnt gerade mal 22 Millionen Christbäume in Deutschland aufgestellt. Hans Baur, Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbands, hat eine Begründung für den Erfolg: «Wir haben aufgeholt, vor allem weil sich das Bewusstsein der Kunden verändert hat.» Wie bei Bio-Kartoffeln und Bio-Eier soll auch der Christbaum aus der Heimat stammen. Schön müssen sie aber auch in Zeiten klammer Kassen sein. «Der Verbraucher gibt dem Naturprodukt wenig Chancen, natürlich zu sein.» Sprich: einen windschiefen, zerzausten Baum stellen sich nur Geister mit stark individuellem Geschmack ins Wohnzimmer, um ihre hübsch verpackten Geschenke darunter zu platzieren.

Spitzenreiter in der Beliebtheitsskala der Deutschen ist und bleibt die Nordmanntanne. Drei von vier Christbäumen zählen laut BBV zu dieser Sorte. «Aufgrund ihrer dichten glänzend-tiefgrünen Benadelung und ihres gleichmäßigen Wuchses ist sie seit Jahren der Renner», nennt Baur die Vorteile des Nadelbaumes. Fichten und Weißtannen seien dagegen immer weniger gefragt.

Für den Primus muss aber auch am tiefsten in die Weihnachtskasse gegriffen werden. «Je nach Größe rechnen die Waldbauern heuer mit einem Endverbraucherpreis von bis zu 25 Euro pro Meter für die Nordmannstanne», sagte Koch. Für einen zwei Meter hohen Baum schlagen dann schnell Kosten von 50 Euro zu Buche. Eine Blaufichte kostet knapp die Hälfte. Am günstigsten fährt der Weihnachtsfan mit einer schlichten Fichte als Träger für Kugeln, Lichterketten und Holzengel. Eine solche gibt es schon für sieben Euro pro Meter. Die Preise sind nach ZPM-Angaben dabei innerhalb eines Jahres um zehn Prozent nach oben gegangen. «Die Gründe für den Preisanstieg bei den Christbäumen sind ein knappes Angebot gepaart mit gestiegenen Betriebskosten, wie Energie, Dünger oder Löhne», sagt Koch.

Ein Geheimtipp sind die sogenannten «Mondbäume». Diese müssen «drei Tage vor dem elften Vollmond» geschlagen werden, erklärt Baur. «Dann schießt das Wasser in die Bäume und sie halten die Nadeln länger.» Das sei aber eine «Glaubensfrage». Wie das Weihnachtsfest selbst.

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