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Christian Schuh berichtet von Afghanistan-Einsatz

DRK-Hilfe

WITTEN/KANDAHAR Angst ist der ständige Begleiter der Menschen in Kandahar. "Schon der Weg zur Arbeit im Krankenhaus morgens um sechs Uhr durch die Stadt ist gefährlich", berichtet Christian Schuh von seinem sechsmonatigen Einsatz für das Rote Kreuz in Afghanistan.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 24.03.2010
Christian Schuh berichtet von Afghanistan-Einsatz

Der Kinderkrankenpfleger Saber Mohammad und Christian Schuh mit einem kleinen Patient.

"Man muss genau überlegen, wo man hergeht, darauf achten, wo gerade Polizei und Militärkonvois sind“, beschreibt Christian Schuh die unübersichtliche Lage in der südafghanischen Provinzhauptstadt. Noch bei seinem letzten Wochenend-Dienst auf der Kinderstation im einzigen Krankenhaus von Kandahar hat er erlebt, wie über 50 Opfer von verschiedenen Selbstmord-Attentaten eingeliefert wurden. "Das war schwierig zu bewältigen und für die Kollegen aus der Stadt kommt in solchen Situationen immer noch die Angst um die eigene Familie dazu. Sobald was passiert, fangen alle immer an zu telefonieren, weil sie wissen wollen, ob Familie und Freunde in Sicherheit sind“, berichtet der Helfer des DRK Witten.

Für die Menschen in Afghanistan, so hat er erfahren, ist eines sonnenklar: In ihrem Land herrscht Krieg - seit 35 Jahren. Der Kinderkrankenpfleger hat seine Halbtagsstelle an einem Gelsenkirchener Krankenhaus und sein Medizinstudium für den Einsatz in Afghanistan unterbrochen. Die Angst "zur falschen Zeit am falschen Ort" zu sein hat auch den Wittener begleitet, aber er würde einen solchen Einsatz wiederholen: "Im medizinisch-pflegerischen und im menschlich-sozialen Bereich habe ich wirklich sehr viel gelernt."