Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Commander Gerst vor Mission ins All: entspannt und topfit

Köln. In sieben Wochen startet Alexander Gerst zum zweiten Mal zur ISS. Zeitweise wird er erster deutscher Kommandant der Raumstation. Vor seinem Abheben kommt er gewohnt bodenständig-bescheiden daher. Im Blaumann schildert er die Ziele der Mission.

Commander Gerst vor Mission ins All: entspannt und topfit

Am 6. Juni soll Alexander Gerst zusammen mit dem Russen Sergej Prokopjew und der US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS starten. Foto: Oliver Berg

Der Countdown läuft für Alexander Gerst: Sieben Wochen vor seinem zweiten Start zur Internationalen Raumstation ISS stecke er nun im Endspurt seines zweijährigen Trainings.

„Und eigentlich bin ich relativ entspannt“, sagte der 41-jährige Geophysiker, der für einige Monate als erster Deutscher auch das Kommando auf der ISS übernimmt. Während des sechsmonatigen Aufenthalts werde er bei seinen vielen Experimenten auch als „Versuchskaninchen“ fungieren, betonte „Astro-Alex“ bei seinem letzten Medienauftritt vor seinem Abflug ins All in Köln.

Der künftige Commander aus Baden-Württemberg nannte als ein zentrales Ziel seiner Mission „Horizons“, zu medizinischen Fortschritten beizutragen, Forschung gegen Krebs oder Osteoporose etwa. Bei vielen Experimenten gehe es darum, „den Körper hier unten besser zu verstehen.“ Der 41-Jährige - wie immer eloquent, smart, topfit und im Astronauten-Blaumann der ESA - betonte: „Da oben können wir Lücken für die Wissenschaft schließen.“ Der europäischen Raumfahrtagentur ESA zufolge stehen im Fokus ebenso die Bereiche Umwelt, Klima, Energie, Industrie oder Technologie.

Zudem wichtig bei der Mission nach Ansicht von „Asto-Alex“: Nicht nur auf „unseren wunderbaren fragilen Planeten“ schauen, sondern weit raus ins Universum. „Wir müssen erforschen, was es um uns herum gibt.“ Gemeint sind Mond und Mars, nach Gersts-Definition „der siebte und achte Kontinent“. Diese müssten gezielt ins Visier rücken. Warum? „Damit es uns nicht so geht wie den Dinosauriern“. Ein derzeit entstehendes internationales Projekt, das einen permanenten Zugang zum Mond schaffen wolle, sei ein zentraler Schritt zur weiteren Exploration des Weltraums.

Die ISS funktioniere als einzigartige „Interaktion zwischen Mensch und Maschine“ und werde noch lange bestehen. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angekündigt, die USA wollten sich nach 2024 aus der ISS-Finanzierung zurückziehen. Nach Worten von Gerst ist die Raumstation ein „fantastisches Projekt“.

Der populäre Astronaut aus Künzelsau will auch diesmal möglichst viele Menschen am Boden intensiv an seiner Mission teilhaben lassen. Schließlich sei es ein „Privileg, zur ISS zu fahren“. Er werde Fotos und seine Gedanken in 400 Kilometern über der Erde über die sozialen Medien „nach unten“ schicken. Seine Bilder und Botschaften aus dem All hatten 2014 Begeisterung ausgelöst.

Es sei ihm ein Anliegen, das Interesse von Kindern und Jugendlichen zu wecken. „Ich will bei denen nicht als Superheld dastehen.“ Die Jugend solle lieber denken: „Wenn der das kann, können wir das auch“, schilderte Unicef-Botschafter Gerst, vor seinem Abheben ins All wie gewohnt bodenständig-bescheiden.

Am 6. Juni soll er - dann 42 Jahre alt - zusammen mit dem Russen Sergej Prokopjew und der US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan starten. Bis dahin stehe noch etwa vier Wochen Training und Examen in Köln und Russland an, einige medizinische Aktivitäten, dann 16 oder 17 Tage Isolation, bevor Gerst in die Sojus MS-09 steigt. Er war bereits von Mai bis November 2014 auf der ISS, damals allerdings nicht Kommandant.

Gerst sagte, er werde sicherlich auch diesmal wieder den ein oder anderen Fehler machen da oben, manchmal schlecht schlafen oder Heimweh bekommen. Aber die Vorfreude sei groß: „Als Astronaut geht es einem ja immer besser, je näher man dem Start kommt, weil dann immer weniger noch dazwischen kommen kann.“

Als ISS-Premiere bekommt „Astro-Alex“ einen Roboter-Helfer - den ballgroßen „Cimon“ - zur Seite. Er reagiert auf Sprache, geht Gerst zur Hand, liefert Infos, spielt Dateien ab. Zu den Highlights gehört laut ESA zudem das nur schuhkartongroße 3D-Echtzeitmikroskop „Flumias“. In einer Videobotschaft wünschte dann überraschend noch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem elften Deutschen im All viel Glück für die „inspirierende“ und „anspruchsvolle“ Mission.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Roboterfrau „Elenoide“: Zwischen Faszination und Grusel

Darmstadt. Roboter „Elenoide“ wurde in Japan gebaut - nach dem Vorbild einer Mitteleuropäerin. An der Technischen Universität Darmstadt wird das Unikat nun programmiert und seine Wirkung auf Menschen erforscht. Die ersten Eindrücke sind Faszination und Unbehagen.mehr...

Wissenschaft

Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo

Kinshasa. Im Kongo sind an dem gefährlichen Ebola-Virus mittlerweile neun Menschen gestorben. Der Krankheitserreger sei bei den Toten bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium des Landes spät mit.mehr...

Wissenschaft

Deutschland unterstützt Kampf gegen Ebola-Ausbruch im Kongo

Berlin. Deutschland unterstützt die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs im Kongo mit fünf Millionen Euro Soforthilfe. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstagabend in Berlin mit und kündigte zudem den Einsatz von Experten des Robert-Koch-Instituts an.mehr...

Wissenschaft

Zahnärzte warnen vor neuer Volkskrankheit „Kreidezähne“

Berlin. Zahnärzte warnen vor sogenannten Kreidezähnen bei Kindern. Bei dieser Erkrankung reagieren Backenzähne, aber auch Frontzähne, empfindlich auf Hitze, Kälte oder chemische Reize.mehr...

Wissenschaft

Knallheiße Autos sind schon nach einer Stunde Hitzefallen

Tempe. Jedes Jahr sterben kleine Kinder und auch Haustiere, die in überhitzten Autos alleine gelassen wurden. Wie das passieren kann, haben US-Forscher im heißen Arizona nachgemessen.mehr...

Wissenschaft

Sibirische Forscher züchten zahme Füchse

Nowosibirsk. Unglaublich niedlich sind die Füchse, die sibirische Forscher in einem weltweit einmaligen Experiment schaffen. Sie haben geflecktes Fell, sind lebenslang verspielt, wedeln mit dem Schwanz - so wie Hunde das tun. Eine spezielle Fuchs-Eigenheit bleibt jedoch erhalten.mehr...