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Commerzbank sieht sich auf gutem Weg

Frankfurt/Main. Die Commerzbank macht ihren Aktionären - mal wieder - Hoffnung auf bessere Zeiten. Aufsichtsratschef Müller verabschiedet sich mit einer positiven Prognose. Die Zuversicht steckt sogar Kritiker an.

Commerzbank sieht sich auf gutem Weg

Das Schild einer Commerzbank-Filiale unweit der Konzernzentrale in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst

Die Commerzbank sieht sich nach einem aus ihrer Sicht guten Jahresstart auf Kurs zu einem Gewinnplus 2018.

„Wir haben unseren Wachstumskurs auch im ersten Quartal fortgesetzt“, sagte Konzernchef Martin Zielke bei der Hauptversammlung des teilverstaatlichten Dax-Konzerns am Dienstag in Frankfurt. „Wie geplant konnten wir unsere Kundenbasis weiter ausbauen - sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft.“

Die Erträge seien trotz harten Preiskampfes im Markt im Vergleich zum Vorquartal stabil geblieben. Die Zahlen für das erste Quartal will die Bank am 15. Mai veröffentlichen. Zielke bekräftigte das Ziel, den Gewinn im laufenden Jahr zu steigern. 2017 hatte das Institut unter dem Strich nur 156 Millionen Euro verdient. Negativ zu Buche schlugen Kosten für den Abbau Tausender Stellen. Bis 2020 soll die Zahl der Vollzeitstellen um netto 7300 auf 36 000 schrumpfen.

Von den wieder besseren Zahlen sollen auch die Aktionäre profitieren: Für das Geschäftsjahr 2018 will die Commerzbank wieder eine Dividende ausschütten. „Hierfür haben wir im ersten Quartal bereits eine Abgrenzung vorgenommen“, sagte Zielke. Angestrebt sei „zunächst eine konservative Auszahlung“.

Eine Eintagsfliege, wie von Aktionärsvertretern befürchtet, soll die Gewinnausschüttung nicht bleiben: „Für die folgenden Jahre streben wir ebenfalls Dividenden an“, sagte Zielke. Ziel sei dann, 30 bis 40 Prozent des Gewinns auszuschütten. Zuletzt hatte die Bank für das Jahr 2015 eine Mini-Dividende von 20 Cent je Anteilsschein gezahlt - das einzige Mal überhaupt seit der Finanzkrise 2007/2008.

„Wir sind auf einem guten Weg“, bekräftigte der scheidende Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. Die Bank habe ihr Eigenkapital gestärkt, Risiken abgebaut und die Bilanz verbessert. „Das alles sind gute Voraussetzungen, um die Profitabilität nachhaltig zu steigern.“

Der frühere Vorstandschef Müller (73), der seit Mitte Mai 2008 den Aufsichtsrat des Konzerns führt, verabschiedete sich nach mehr als 50 Jahren bei der Commerzbank bei dem Aktionärstreffen. Die Weichen für die Nachfolge stellte das Institut bereits im Herbst 2016: Neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums soll der ehemalige Risikovorstand Stefan Schmittmann (61) werden. Schmittmann wurde bei der Hauptversammlung mit mehr als 98 Prozent Zustimmung in den Aufsichtsrat gewählt. Vertreten war bei dem Aktionärstreffen gut 51 Prozent des Grundkapitals.

Aktionärsvertreter Wolfgang Aleff, der sich in den vergangenen Jahren oft kritisch geäußert hatte, würdigte Müllers Engagement - insbesondere in den schwierigen Jahren nach der Dresdner-Bank-Übernahme mitten in der Finanzkrise 2008, als der Staat die Commerzbank mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrte. „Die Weichen in eine bessere Zukunft haben Sie maßgeblich mitgestellt.“ Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) lobte, das Geschäftsjahr 2017 sei unter dem Strich erfolgreich gewesen: „Herr Zielke: Sie wenden den Tanker.“

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