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Computer in Bussen spürt Schwarzfahrer auf

Bogestra

BOCHUM Mit einem neuen Kontrollsystem will die Bogestra in Zukunft ungültige Chipkarten besser erkennen. Davon gibt es fast 70 000. Die neue Technik kommt auch zahlenden Kunden zugute.

von Benedikt Reichel

, 03.08.2010
Computer in Bussen spürt Schwarzfahrer auf

Hildegard Bode beim Einstieg in den Bus. Routiniert nutzt sie das neue elektronische Einstiegskontrollsystem.

Im Grunde habe sich doch gar nichts verändert, sagt Hildegard Bode. Sie zückt ihr Bären-Ticket beim Einstieg in den Bus, nur hält sie es diesmal nicht dem Fahrer unter die Nase, sondern über einen kleinen Computer. Grünes Licht. Danke. Der nächste, bitte. Die Abfertigung verläuft im Sekundentakt. Hin und wieder muss Busfahrer Manfred Kozlowski erklärend eingreifen. Das Einstiegskontrollsystem der Bogestra ist noch neu für die Kunden. Etwa die Hälfte aller Busse im Stadtgebiet sind inzwischen mit dem kleinen Computer ausgerüstet. Noch zwei bis drei Wochen, bis alle Busse die Einstiegskontrolle vorweisen, so Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns.

Der kleine schwarze Kasten mit der weißen Oberfläche hat für die Bogestra einen gravierenden Vorteil: Er erkennt die Gültigkeit der Abo-Tickets. „Wir haben fast 70 000 ungültige Chipkarten im Umlauf“, weiß Bruns. Bei 190 000 Abo-Kunden im Bogestragebiet. Der Computer erleichtert unabhängig von den Kontrolleuren das Aufspüren von Schwarzfahrern. Den zahlenden Kunden kann dies nur recht sein. Und auch Busfahrer Manfred Kozlowskie kann dem kleinen Kasten in seinem Bus nur Positives abgewinnen. „Schwarzfahren ist ungerecht gegenüber den zahlenden Kunden“, sagt er. Zudem kann der Computer in Zukunft mehr als nur Kontrollieren. Mit einer einfachen Tastenkombination ermittelt der Fahrer das passende Abo-Ticket für Kunden, kann diese besser beraten.

Erstaunlich ist die Geschwindigkeit. „Das Auslesen der Chipkarten ist genauso schnell wie das Auge des Fahrers“, sagt Bruns. Und dieser Satz ist nicht übertrieben. Damit die Fahrgäste vom Einstiegskontrollsystem nicht überrascht werden, stehen an den Knotenpunkten, wie beispielsweise dem Hauptbahnhof, Kundenbetreuer. Meist haben sie kaum noch was zu tun. „Die meisten sagen, sie kennen das schon alles“, berichtet Martin Broszio und blickt auf den Stapel Infoflyer in seiner Hand. Davon verteilt er kaum noch welche.