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Continental verdient mehr

Hannover. Wie stellt sich der Autozulieferer Continental künftig auf? Der tiefgreifende Wandel der Autoindustrie beschäftigt den Konzern, der seine eigene Struktur unter die Lupe nimmt. Einen beschlussfähigen Plan gibt es noch nicht. Das soll sich bald ändern.

Continental verdient mehr

Firmenzentrale des Automobilzulieferers Continental in Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Glänzende Zahlen, glänzende Aussichten - aber beim möglichen Konzernumbau spannt der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental Mitarbeiter und Aktionäre weiter auf die Folter.

Denkbare Optionen würden geprüft, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart in Hannover. Er betonte: „Ein entscheidungsreifer Plan liegt noch nicht vor.“ Das solle aber bis Mitte des Jahres der Fall sein.

Der Dax-Konzern verdiente 2017 trotz Belastungen wegen höherer Rohstoffpreise erneut mehr. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um 6,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro.

Im Januar hatte Continental grundsätzlich bestätigt, den Konzern möglicherweise neu aufstellen zu wollen. Das könnte Medienberichten zufolge den Aufbau einer Dachgesellschaft oder auch die separate Börsennotierung einzelner Geschäftssparten bedeuten.

Die Bedenken der Mitarbeitervertreter würden ernst genommen, Gespräche mit dem Konzernbetriebsrat geführt, sagte Degenhart. Hintergrund ist die Neuausrichtung der ganzen Branche, die die großen Trends Elektrifizierung und Digitalisierung bewältigen muss.

„Der rasante technologische Wandel erfordert von unserem weltweiten Team ein Höchstmaß an Flexibilität und Agilität“, sagte Degenhart. Gleichzeitig verwies er auf die Wandlungsfähigkeit des Konzerns, der sich seit fast 150 Jahren in einem ständigen Wandel befinde. „Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich Continental von einem reinen Reifenhersteller und Industriepartner zu einem globalen Technologieunternehmen gewandelt.“

Einige Autozulieferer hatten in der Vergangenheit die stärkere Trennung ihrer Geschäftssegmente in die Wege geleitet. So trennte der britische Conti-Rivale Delphi sein Zuliefergeschäft von Zukunftszweigen wie etwa Assistenzsystemen ab.

Degenhart betonte, man spreche nicht von Restrukturierung, sondern man wolle die Organisation auf die Zukunft ausrichten. Bis 2025 habe Continental die Chance, auf ein Umsatzniveau von bis zu 65 Milliarden Euro vorzustoßen. Bis 2020 könnten es 50 Milliarden Euro sein.

2018 soll der Erlös auf 47 Milliarden Euro klettern - nach einem Anstieg um 8,5 Prozent auf 44 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wie bereits mitgeteilt. Die Rohstoffkosten für Synthese- und Naturkautschuk hätten das Ergebnis 2017 mit mehr als 450 Millionen Euro belastet, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Das Management peilt für 2018 eine bereinigte Mindestrendite - also den Anteil des bereinigten operativen Ergebnisses am Umsatz - von rund 10,5 Prozent an. 2017 lag dieser Wert bei 10,9 Prozent.

Gewinnbringer war 2017 trotz gestiegener Kosten für Rohstoffe nach wie vor die Reifensparte. Im laufenden Jahr sollen Preissteigerungen beim Kautschuk nur noch mit zusätzlichen Belastungen von rund 50 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Drohende Diesel-Fahrverbote sieht das Unternehmen nach Degenharts Worten „kritisch“: Der Verbrenner habe seinen Zenit noch längst nicht überschritten. Conti sei aber vom Diesel-Antrieb nicht abhängig. Der Selbstzünder stehe nur für zwei Prozent des Umsatzes. Nach Conti-Einschätzung wird die Bedeutung des Diesels weiter abnehmen, für schwere Personenwagen sowie Lastwagen werde er aber gebraucht.

Die Dividende soll um 25 Cent auf 4,50 Euro je Aktie klettern - das wäre laut Degenhart die sechste Anhebung in Folge. Die weltweite Mitarbeiterzahl des Konzerns stieg bis Ende des vergangenen Jahres um mehr als 15 000 auf über 235 000 Beschäftigte.

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