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Corvette Z06 Cabrio im Test: Mit Vollgas der Sonne entgegen

Sehnsucht nach dem Sommer? Dagegen hat General Motors ein probates Mittel. Denn mit der offenen Corvette Z06 lässt sich die Wartezeit adäquat verkürzen. Und bei 659 PS und maximal 315 km/h genießt man jeden frühen Sonnenstrahl um so intensiver.

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Die Corvette überzeugt Fahrer nicht nur auf der geraden Strecke, sie fährt auch perfekt durch die Kurven. Foto: Jessica Lynn Walker/Chevrolet

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Beim Blick in den Innenraum entdeckt man zwar noch viel Plastik, dafür kann sich die Ausstattung sehen lassen. Foto: Chevrolet

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Für dieses Speed-Paket muss man 124 700 Euro ausgeben. Das ist weniger als für einen Porsche 911 Turbo S Cabrio, das 218 223 Euro kostet. Foto: Chevrolet

Berlin (dpa-infocom) - Gegen sie ist der Porsche 911 ein Jungspund und der AMG GT ein Exot. Kein anderer Sportwagen auf der Welt hat so eine lange Geschichte und so hohe Produktionsziffern wie die Chevrolet Corvette.

1953 präsentiert und mittlerweile über zwei Millionen Mal verkauft, steht die Chevrolet Corvette in der siebten Generation und hat von ihrer Faszination noch nichts verloren. Im Gegenteil: Wer sich hinter das Steuer des aktuellen Modells verirrt und dann auch noch im Cabrio landet, ist sofort Feuer und Flamme für das heiße Eisen aus Detroit. Erst recht, wenn es die Power-Variante Z06 ist.

Läuft der Motor, wird einem heiß ums Herz

Egal welche Temperaturen draußen herrschen, in diesem Auto wird einem auf Anhieb heiß ums Herz. Schließlich heizt unter der schier endlosen Haube aus Karbon ein V8-Motor von sündig-schönen 6,2 Litern Hubraum. Mit Hilfe eines Kompressors kommt der auf 485 kW/659 PS und zerrt mit bis zu 881 Newtonmetern an den breiten Hinterrädern. Wenn die Automatik im Sportprogramm ihre acht Gänge mit dem Tempo und der Präzision eines Schweizer Uhrwerks wechselt und die Elektronik dem Antrieb alle Sinne geschärft hat, reicht das für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden und ein Spitzentempo von 315 km/h.

Wem da nicht der Schweiß auf die Stirn tritt, der geht auch in die Sauna nur mit Bademantel. Es ist nicht das Tempo alleine, das Blutdruck und Temperatur in die Höhe treibt. Wo die Corvette früher nur auf der Geraden schnell war, schneidet die US-Legende mittlerweile mit einer solchen Präzision und Perfektion durch die Kurven, dass sich niemand mehr über das Zwicken der tief ausgeschnittenen Sportsitze an den Hüften beschweren sollte.

Mehr Spaß ohne Dach

Zwar ist das Coupé nicht nur ein paar Kilogramm leichter, hat den niedrigeren cw-Wert und deshalb das höhere Spitzentempo, es ist auch steifer und lässt sich deshalb selbst im Grenzbereich noch präziser auf der Ideallinie halten. Doch wer nicht die Rundenzeiten minimieren, sondern den Fahrspaß maximieren möchte, ist mit dem Cabrio besser bedient. Denn wenn sich binnen weniger Sekunden das Dach in den Kofferraum faltet, erlebt man die Corvette noch intensiver.

Dann kitzelt nicht nur die Sonne auf der Haut und der Fahrtwind zupft schon bei gemütlichem Tempo heftig an den Haarspitzen. Dann fühlt man sich auch ganz nah beim Motor, und der Sound aus den vier in die Mitte gerückten Auspufftrompeten zaubert einem eine schaurig-schöne Gänsehaut aufs Trommelfell. Vor allem muss man dann nicht erst weit jenseits des Tempolimits beschleunigen, um seinen Kick zu bekommen. Mit geöffnetem Dach und aktiviertem Sportmodus macht die Corvette schon im Stopp-And-Go des Stadtverkehrs so ein Spektakel, dass sich alle umdrehen.

Schnäppchen unter den Sportlern

Den Open-Air-Zuschlag von 5000 Euro kann man dabei bequem verschmerzen. Selbst als Cabrio ist die Corvette mit 124 700 Euro für die Z06-Version viel billiger als ihre europäischen Konkurrenten. Ein Porsche 911 Turbo S Cabrio zum Beispiel kostet 218 223 Euro und der halbwegs vergleichbare Lamborghini steht mit knapp 200 000 Euro in der Liste. Hat man diesen Preisvorteil früher mit miserabler Qualität und lustloser Materialauswahl bezahlt, steht die Corvette mittlerweile richtig gut da. Zwar gibt es noch immer viel Plastik im Cockpit und nicht alles davon sieht wirklich nach Premium aus. Doch die Verarbeitung ist tadellos, das Design zeugt von einer gewissen Liebe zum Detail, und die Ausstattung ist auf der Höhe der Zeit.

Beim Infotainment sind die Amerikaner der Konkurrenz mit ihrem Onstar-System sogar deutlich voraus. Nicht, dass man in einem Auto wie der Corvette tatsächlich einen Hotspot bräuchte. Wer will bei so viel Leistung und Fahrspaß unterwegs schon ins Internet. Und wenn der Weg das Ziel ist, muss man beim Navigationssystem auch nicht lange nach Adressen suchen. Doch wenn man tatsächlich mal ein Ziel eingeben muss, ist der Dialog mit dem Callcenter allemal besser, als bei 300 km/h die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Und wenn ein Auto schon auf dem Prüfstand 14,2 Liter (CO2: 322 g/km) verbraucht, ist es immer gut, jemanden zu kennen, der weiß, wo die nächste Tankstelle ist.

Fazit: Der Geheimtipp unter den Supersportwagen

Sie ist stärker und schneller als viele Konkurrenten, kostet weniger und ist längst besser als ihr Ruf: Die siebte Generation der Corvette ist so etwas wie der Geheimtipp unter den Supersportwagen. Erst recht in der Version als Z06 Cabrio. Und anders als bei uns etwa der Porsche 911 brilliert sie zumindest in Europa noch in einer anderen Disziplin: Während man sich an dem Sportwagen aus Stuttgart allein wegen der schieren Masse so langsam sattgesehen hat, ist die Corvette als eiliger Exot auf unseren Straßen noch immer ein Eyecatcher.

Datenblatt: Chevrolet Corvette Z06 Cabrio

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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