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Courtney Barnett gibt sich ruppig

Berlin. Die Frau hat Power. Und Mut, eingetretene Pfade wieder zu verlassen. Singer/Songwriterin Courtney Barnett trifft ins Herz.

Courtney Barnett gibt sich ruppig

Keiner ruft sie an: Courtney Barnett. Foto: Pooneh Ghana

Sie bildet den Gegenentwurf zu all den herausgeputzten Pop-Diven und zart-verträumten Songwriterinnen, die ihre Ideenlosigkeit oft hinter einer perfekten Oberfläche verstecken. Die Australierin Courtney Barnett, gerade 30 geworden, pfeift aufs Image und kommt lieber zur Sache, zum Leben, und das kommt in ihrem Fall selten ohne Komplikationen aus.

„Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit“ nannte die Frau aus Down Under 2015 lapidar ihr Debütalbum, das sie schlagartig berühmt machte. Es folgten Grammy-und Brit-Award-Nominierungen. Mit ihrem musikalischen Wahlverwandten, dem US-Gitarristen Kurt Vile, spielte sie 2017 das lässige Duo-Album „Lotta Sea Lice“ ein.

Jetzt legt die „Kronprinzessin des Slacker-Rock“, wie der „Musikexpress“ sie nannte, ihr zweites Album vor. „Tell Me How You Really Feel“ (Marathon Artists /Rough Trade) überrascht mit ruppigem Gestus, lauten Gitarren, und dem unbedingten Willen, es nicht allen recht machen zu wollen. Im Opener heißt es : „Take your broken heart/ Turn it into Art“, und genau darum geht es in den zehn Songs, die alle ihre Ecken und Kanten haben. Der letzte Song „Sunday Roast“, von dem es auch ein schönes Video gibt, ist der einzige, der an den verträumten Sound von „Lotta Sea Lice“ anknüpft.

Im Juni kann man Courtney Barnett live erleben. 11. 06. Berlin, Astra Kulturhaus; 13. 06. Live Music Hall, Köln

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