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Craig David will das große Comeback

Neues Album „Die Zeit ist jetzt“

Mit fast 14 Millionen verkauften Tonträgern gehört Craig David zu den erfolgreichsten Musikern des britischen Königreichs. Vergangene Woche ist das siebte Album des 36-Jährigen erschienen. „The Time Is Now“ soll wieder an die erfolgreichen 2000er-Jahre anknüpfen, als aus dem jungen Briten aus Southampton ein Weltstar wurde – schließlich sagt der Album-Titel: Die Zeit ist jetzt.

Dortmund

, 03.02.2018 / Lesedauer: 4 min
Craig David will das große Comeback

Vergangene Woche ist Craig Davids siebtes Album in den Handel gekommen. © ANDREW WHITTON

Geboren, um es zu tun – Craig David weiß ganz genau, warum er für sein erstes und bislang erfolgreichstes Album, das 2000 in den Handel kommt, diesen Titel wählt. Denn schon früh steht fest, dass der Junge aus dem südenglischen Southampton später mal Musiker wird.

Mit 14 im Radio

Mit gerade mal 14 Jahren stellt er sein Können bei lokalen Radiosendern und in Clubs unter Beweis. David wird zu einem Geheimtipp der R‘n‘B-Szene. Das erkennt auch seine Mutter. Sie ist es, die ihren Sohn 1997 überredet, an einem Songwriter-Wettbewerb teilzunehmen. Keine so schlechte Idee: Craig David gewinnt, der Text seines Songs „I‘m Ready“ wird als B-Seite der Hit-Single „Wonderful Tonight“ der Gruppe Damage veröffentlicht – die Band etabliert sich in den 90er-Jahren in den weltweiten Top 10-Platzierungen. Das jedoch ist nicht sein Durchbruch. „Für mich war das eine große Möglichkeit. Ich dachte, meine eigene Karriere startet nun – tat sie aber nicht“, sagt David im Gespräch mit unserer Zeitung. „Mir wurde allerdings klar, dass ich das Talent habe, Songs zu schreiben. Diese Erkenntnis war für einen jungen Nachwuchskünstler wie mich extrem wichtig.“

Der Durchbruch im Jahr 1999

Zum Durchbruch verhelfen ihm 1999 Artful Dodger. Das Produktions- und DJ-Duo, ebenfalls aus Southampton, wird durch seine weiteren Auftritte in den regionalen Diskotheken auf den talentierten Künstler aufmerksam. Er soll ihrer Single „Re-rewind“ seine Stimme geben. David überlegt nicht lange, sagt sofort zu – und unterschreibt kurz darauf einen Plattenvertrag bei Warner Music. Das ist der Durchbruch.

Lediglich ein Jahr später ist er ganz oben angekommen: Sein Album „Born To Do It“, das sich mehr als sieben Millionen Mal verkauft, räumt in gleich mehreren Ländern – unter anderem Australien, Kanada, Frankreich und Schweden – Platin-Schallplatten ab. Craig David ist gerade mal 19 Jahre alt, als er ein internationaler Star wird – und er ist der jüngste Künstler, dem ein Nummer-Eins-Hit in England gelingt. Sein Album wird 2009 sogar auf Platz zwei der „MTV Greatest Albums of All Time“ gewählt. „Ich habe meinen Traum gelebt. Aber das ging alles sehr, sehr schnell. Und das wird mir heute erst bewusst“, sagt er jetzt.

Den Nerv der Zeit getroffen

Craig David hat Anfang des letzten Jahrzehnts den Nerv der Zeit getroffen. Seine Musik kommt an – nicht nur in seinem Heimatland, sondern auf der ganzen Welt. Seine Fans hören die Hits des jungen Engländers auf ihren portablen MP3-Playern, die den Technikmarkt erobern und revolutionieren, rauf und runter. David singt über Gefühle, über Liebe, über Schmerz, über das Kennenlernen, über das Zusammenkommen, über das Trennen. Und das mit einer unverwechselbaren Stimme, gepaart mit ruhiger, aber rhythmischer Popmusik.

Ein ganz bestimmter Ruf

Diese Stilrichtung beschert ihm allerdings auch einen bestimmten Ruf: den des Schmusesängers, des gut aussehenden Nachwuchskünstlers mit den braunen Augen, der gefühlvollen Stimme und den tiefgründigen Texten, der den jungen weiblichen Fans die Köpfe verdreht. Diesem Ruf setzt Craig David 2002 etwas entgegen: sein zweites Album „Slicker Than Your Average“, das keinen lieblichen Pop mehr zu bieten hat, sondern R‘n‘B mit spanischen Einflüssen. Schon auf dem Cover macht er Schluss mit dem Schmusesänger-Image: weißes, hautenges Muskelshirt, lange, silberne Halskette, schwarze Rapper-Mütze. David ist sich seines Ruhms bewusst, holt deshalb prominente Verstärkung an Bord: keinen Geringeren als Altmeister Sting. Das Album verkauft sich mehr als drei Millionen Mal. „Als die Verkaufszahlen bei meinem zweiten Album nicht so gut waren wie beim ersten, dachte ich zuerst, ich wäre gescheitert – aber: Hey, 3,5 Millionen Alben! Wenn ein Künstler heute so viele Platten verkaufen würde, würde er vor Freude herumspringen“, sagt David.

Erfolg nicht mehr so groß

Nicht mehr so erfolgreich ist „The Story Goes...“, Album Nummer drei, das drei Jahre später auf den Markt kommt. Nur noch 350.000 Exemplare verkauft der Engländer von seiner 14 Lieder langen Platte. Dabei hat Craig David, damals 24 Jahre alt, musikalisch wieder an sein Debütalbum angeknüpft: Die Songs sind ruhiger, langsamer, melancholischer geworden. Das Album erinnert an den ursprünglichen Craig David.

Viele Partys geschmissen

2007 („Trust Me“) und 2010 („Signed Sealed Delivered“) veröffentlicht er zwei weitere Alben, beide kommen nicht mehr an die früheren Erfolge heran – und dann wird es erst mal ungewöhnlich ruhig um ihn. Sechs Jahre lang zieht sich David zurück, produziert kein neues Werk. Eine Identitätskrise? „Nein“, sagt er heute. „Es war nicht wirklich eine Pause. Zu der Zeit war ich in Miami, dort hatte ich ein eigenes Studio in meinem Haus, wo ich angefangen habe, Partys zu schmeißen. Ich habe meine volle Energie in dieses Leben in Miami gesteckt.“ Dieses Leben sei ihm aber über den Kopf gewachsen. „Aus einer Party mit 10 Leuten wurden 100 Leute, die auf einmal in meinem Haus getanzt haben.“

Den Moment genießen

Nun ist sein siebtes Album auf dem Markt. Titel: „The Time Is Now“. Warum? David: „Der Albumtitel ist eine Metapher dafür, dass es das Jetzt ist, was zählt. Du musst diesen aktuellen Moment genießen.“