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DA0 Sputnik, bitte kommen!

SUNDERN Der Satellit Sputnik startete gestern um Mitternacht vom Weltraumbahnhof Radom. Der Anlass: Vor 50 Jahren schockierte die damalige UDSSR die Welt mit dem technischen Meisterwerk.

von Von Sabine Josten

, 03.10.2007
DA0 Sputnik, bitte kommen!

<p>Satelliten und Antenne nachzubauen ist kinderleicht. jo</p>

Amerikaner sagen, dass ihr Bildungssystem heute nur so gut sei, weil die USA auf den Affront des Erzrivalen damals mit einer groß angelegten Bildungsoffensive startete. Dass die Russen als erste einen Satelliten in das All schickten, kratzte erheblich an ihrem Selbstverständnis.

Rakete aus Papier

Die Sternwarte nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Zeit zurückzuholen. Gestern und auch heute noch können Kinder basteln und Erwachsene Vorträgen lauschen oder durch die Ausstellung wandern. Die kleine Verena baute an einer Rakete: Klopapierrolle als Corpus, Joghurtbecher als Spitze und vier Korken als Antriebsdüsen. "Wie Raketen aussehen, das weiß ich aus dem Fernsehen", erklärt sie. Ihr Bruder indes hat die Antenne des Radoms nachgebaut. Da musste er sich ja nur umgucken.

In der ganzen Welt

Laut Plan schoss die Sternwarte pünktlich um Mitternacht einen Nachbau des Sputniks in den Orbit. Ein Wetterballon mit Hülle aus Latex trug das Modell. Darin steckte ein Funkgerät und ein MP3-Player. Darüber wurden zeithistorische Dokumente in den Äther geschickt. Darunter der damalige Funkverkehr, denn die Sternwarte hat den Satelliten damals mitverfolgt. Zitate des ehemaligen Leiters des Radoms, Heinz Kaminski, waren auch zu hören. "So ein Ballon steigt etwa 30 Kilometer hoch in die Luft", erklärt Nicole Sehrig, pädagogische Leiterin des IUZ. "Und weil der Luftdruck dort oben abnimmt, wird der anfangs etwa 1,5 Meter dicke Ballon größer - bis zu 20 Meter Durchmesser". Irgendwann platzte der Ballon und ein Fallschirm öffnete sich, der das technische Gerät sanft wieder auf die Erde zurücktrug. "Wir werden mit unseren Funkwellen wahrscheinlich in ganz Mitteleuropa zu empfangen sein", erklärte Sehrig im Vorfeld. Der ehrenamtliche Mitarbeiter Guido Elsner saß derweil schon den ganzen Tag um Funkgerät. "Wir haben uns für heute eine spezielle Funkadresse geben lassen", erklärte er. Sie lautet "DA0 Sputnik". "Und es scheint als rufe ganz Deutschland an".

Auch Funkamateure aus Europa hätten ihn bereits kontaktet, sagt er. "Am Abend werden wir die Frequenz ändern, dann können wir auf der ganzen Welt senden", hatte er am Nachmittag angekündigt. Die Funkamateure bekommen dann eine Jubiläumskarte zugeschickt.

Davon aber merkten die Besucher im Radom zunächst wenig. Sie stöberten durch die Ausstellung: Ein Nachbau der Empfangsstation ist dort zu sehen ebenso wie Bilder der Berliner Mauer und ihres Falls in Berlin. Zwei Tage Reise in die Vergangenheit - die aber entscheidend gewesen ist für die gesamte Entwicklung der Raumfahrt. Und das bis heute.   Auch heute können Besucher ab 11 Uhr die Sternwarte, inklusive Ausstellung besuchen.