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Fußball: WM-Qualifikation

DFB-Team mit souveränem 3:0 gegen Tschechien

HAMBURG In seinem 140. Länderspiel als Bundestrainer durfte sich Joachim Löw am Samstag über einen 3:0 (1:0)-Sieg seiner DFB-Elf über schwache Tschechen freuen. In Hamburg geriet der Weltmeister nie in Gefahr und nimmt nach zwei Siegen zum Qualifikations-Auftakt zielstrebig Kurs auf die WM 2018 in Russland.

DFB-Team mit souveränem 3:0 gegen Tschechien

Traf doppelt gegen Tschechien: Thomas Müller (r.).

Bundestrainer zu sein, ist momentan der wohl sicherste Job Deutschlands - zumindest wenn man Joachim Löw heißt. Der Weltmeister-Trainer von 2014 hat von seinem obersten Chef, DFB-Präsident Reinhard Grindel, jüngst eine Arbeitsplatzgarantie bekommen, mehr noch: Sein bis 2018 datierter Vertrag soll zügig ausgedehnt werden. Den Gedanken, dass die WM in Russland, der Höhepunkt des laufenden Zyklus, verpasst werden könnte, gibt es in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise offenbar gar nicht. Warum auch, wenn selbst der am stärksten eingestufte Qualifikations-Gegner Tschechien nicht viel mehr ist als ein ordentlicher Sparringspartner?

Zu keinem Zeitpunkt dachte man am Samstag, Deutschland könne das siebte Duell mit der Mannschaft von Trainer Karel Jarolim verlieren. Statt über das Spiel machte sich Fußball-Deutschland daher in der ersten Hälfte lieber über den Fauxpas von RTL-Experte Jens Lehmann lustig, der vor der Partie den in Hamburg für seine DFB-Verdienste geehrten Horst Hrubesch mit Uwe Reinders verwechselt hatte. Allein daran lässt sich ablesen, wie deutlich das ungleiche Duell der beiden EM-Teilnehmer war.

Fehlende Effektivität

Dabei spiegelte der Spielstand am Ende der ersten 45 Minuten keinesfalls die Deutlichkeit der deutschen Überlegenheit wider: Die DFB-Elf führte durch einen schön herausgespielten Treffer von Thomas Müller aus der 13. Minute nur mit 1:0. Es wäre allerdings ein höherer Vorsprung möglich gewesen. Allein Müller hatte Chancen für zwei oder drei Tore.

Aber auch der sehr agile Mario Götze, der für den am Gesäß verletzten Mario Gomez erneut als "falsche Neun" stürmte, war mit seinem Lupfer über Torwart Tomas Vaclik (31.) nah dran am zweiten deutschen Treffer. Wenn es überhaupt etwas am Spiel der DFB-Elf auszusetzen gab, dann - wieder mal - die fehlende Effektivität. Auch Löw hatte nichts zu meckern, er stand entspannt an der Seitenlinie und trickste mit der Hacke, als ein gegnerischer Befreiungsschlag in seine Richtung geflogen kam.

Riesige Räume

Die Tschechen machten es dem deutschen Team allerdings auch leicht. Viel zu früh attackierten die Gäste die Deutschen, da allerdings nur vereinzelt tschechische Spieler ins Pressing gingen, eröffneten sich riesige Räume in der eigenen Hälfte - die die überragenden Jerome Boateng und Mats Hummels zu punktgenauen und wirkungsvollen langen Bällen auf die Außenverteidiger Joshua Kimmich und Jonas Hector nutzten.

Beide Innenverteidiger dürften einen neuen Rekord im sogenannten Packing - dem Überspielen von Gegenspielern - seit Beginn der Datenaufzeichnung bei der Euro 2016 erzielt haben, so häufig wandten sie das in der Nationalelf nicht immer gern gesehene Stilmittel erfolgreich an.

Neuer beschäftigungslos

Es dauerte bis kurz nach der Pause, ehe das Ergebnis sich den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen anglich. Nach einer Hereingabe von Joshua Kimmich setzte Toni Kroos zu seinem Standardtorschuss an: flach, ein wenig angedreht, scharf. Vaclik war chancenlos - 2:0 (49.). So locker hatten die Hamburger Zuschauer, die sich hanseatisch kühl zurückhielten, eine Heimmannschaft schon lange nicht mehr im ausverkauften Volksparkstadion aufspielen sehen. Nur einer hätte sich über etwas mehr Arbeit vermutlich nicht beschwert: DFB-Keeper Manuel Neuer stand völlig beschäftigungslos in seinem Kasten herum und fror fast fest. Allerdings auch nur fast, wie seine starke Parade bei Tschechiens größter Chance durch Borek Dockal eindrucksvoll bewies (63.).

Fast im Gegenzug fiel dann die Entscheidung, als Müller eine Flanke von Hector über die Linie drückte (65.). Es war der vierte Treffer des Münchners im zweiten WM-Qualifikationsspiel, nachdem er bereits beim 3:0 in Norwegen einen Doppelpack erzielt hatte. Das Hamburger Publikum war jetzt auch aufgewacht und turnte sich mithilfe der obligatorischen La Ola warm.

Gündogan gibt sein Comeback

Nach 75 Minuten schenkte Löw dann Ilkay Gündogan sein Comeback im DFB-Trikot: Elf Monate nach seinem bis dahin letzten Länderspiel (0:2 in Frankreich) durfte der inzwischen von einer langwierigen Knieverletzung genesene Mittelfeldspieler von Manchester City seinen 17. Länderspieleinsatz feiern. Am Dienstag (20.45 Uhr) in Hannover wird Nummer 18 hinzukommen: Gündogans Einsatz im dritten WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland ist fest eingeplant. Ob den DFB dann ein härterer Gegner erwartet? Zweifel sind erlaubt. Um Löws Zukunft wird man sich auch weiterhin keine Sorgen machen müssen.

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