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Fußball: WM-Qualifikation

DFB-Team plant zweite Gala gegen Nordirland

HANNOVER Mit der Kraft von Hamburg wollen Deutschlands Weltmeister auch die kampfstarken Nordiren knacken. Es wird aber ein ganz anderes Spiel, betonen Bundestrainer Löw und seine Spieler. Die Partie in Hannover ist mit einigen bedrückenden Erinnerungen verknüpft.

DFB-Team plant zweite Gala gegen Nordirland

Bilder der Partie zwischen Deutschland und Tschechien.

Der Kapitän stachelt die Tschechien-Besieger noch einmal an, der Torjäger sieht sogar weiteres Steigerungs-Potenzial: Jetzt soll auch Nordirland die neue Kraft des Fußball-Weltmeisters zu spüren bekommen. „Wir sind der Favorit. Aber wir müssen es immer wieder auf den Platz bringen“, erklärte Kapitän Manuel Neuer vor Teil zwei des Qualifikations-Doppelpacks in Hannover. Und Thomas Müller schürte die Vorfreude auf einen weiteren begeisternden Auftritt am Dienstag (20.45 Uhr/RTL) gegen unbequeme und kampfstarke Nordiren. Der 36-Tore-Mann macht den Fans Hoffnung auf eine möglicherweise noch stimmungsvollere Gala: „Luft nach oben gibt es immer.“

Das Lob aus allen Richtungen für das überzeugende 3:0 gegen den vermeintlich härtesten Kontrahenten auf dem Weg zur WM 2018 ließen Neuer und Co. in Hamburg zurück, als sie sich am Montag mit dem Bus auf die 160 Kilometer lange Fahrt nach Hannover machten. Für den Abend war dort im Stadion das Abschlusstraining angesetzt. „Wir haben jetzt gesehen, wie gut wir Fußball spielen können. Das war eine unserer besten Leistungen. Das zu bestätigen, ist natürlich nicht immer einfach“, sagte Torwart Neuer. „Das kann wieder ein bisschen anders aussehen gegen aggressive und zweikampfstarke Nordiren, die sich weiter hinten reinstellen werden“, ergänzte der 30-Jährige.

Schockierende Spielabsage

Die Erinnerungen an das EM-Vorrundenspiel im Sommer gegen Nordirland (1:0), aber auch an die schockierende Spielabsage in Hannover vor elf Monaten sind im Kreis der Nationalmannschaft noch präsent. Nach den schrecklichen Attentaten von Paris war das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande im November 2015 wegen Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt worden. Löw und seine Spieler erfuhren davon auf der Anfahrt in die Arena. „Es wird ein bisschen im Hinterkopf sein“, bemerkte Verteidiger Mats Hummels. Aber ein mulmiges Gefühl gebe es deswegen nicht, versicherte der Weltmeister.

Bei der Europameisterschaft musste das DFB-Team im Pariser Prinzenpark gegen ein nordirisches Abwehrbollwerk anlaufen. Es gab Chancen am Fließband, aber nur der diesmal verletzt fehlende Mario Gomez konnte eine verwerten. „Ich erwarte, dass sie sich mit zehn Mann am Sechzehner positionieren. Wir brauchen Lösungen“, bemerkte Real-Madrid-Star Toni Kroos zur Neuauflage.

Robust und körperbetont 

Bisher gab es in 15 Partien gegen die Nordiren nur zwei Niederlagen. Die letzte, ein 0:1 in Hamburg, liegt 33 Jahre zurück. „Es liegt natürlich an uns“, unterstrich Neuer. „Ich kenne ja einige Nordiren aus der Premier League. Die spielen robuster und körperbetonter“, sagte Mesut Özil voraus, der sich als Spielmacher gegen Tschechien zielstrebig und spielfreudig präsentiert hatte.

Löw wird seinen Matchplan teilweise an die erwartete Spielweise der mit vier Punkten erfolgreich gestarteten Nordiren anpassen. „Ich glaube nicht, dass sie uns so anlaufen wie die Tschechen. Dann wird es sehr viel weniger lange Bälle geben, definitiv“, bemerkte Innenverteidiger Hummels. Stattdessen müsse man eher „klassisch flach in die Halbräume oder über Außen spielen“, ergänzte der Münchner: „Aber es ist leichter gesagt als getan.“

Gündogan von Beginn?

Für Umstellungen in der Mannschaft gibt es nach dem tadellosen Auftritt in Hamburg keine zwingenden Gründe. Löw könnte trotzdem punktuell eine Kräfte-Umverteilung vornehmen. Schon vor dem Tschechien-Spiel hatte er Ilkay Gündogan von Manchester City eine Rückkehr in die Startelf in Aussicht gestellt. Die kleinen Blessuren, die sich der Kölner Jonas Hector, der Münchner Jérôme Boateng und Julian Draxler vom VfL Wolfsburg zugezogen hatten, erwiesen sich nach DFB-Angaben nicht als schwerwiegend.

Unabhängig von der personellen Besetzung ist für Boateng die Ausrichtung des Spiels gegen den Weltranglisten-30. klar: „Gegen Nordirland gilt es jetzt wieder, schnell zu spielen und unsere Chancen zu nutzen.“ Der aktuelle Toptorschütze Müller könnte mit einem weiteren Länderspiel-Treffer - es wäre sein 37. - in die Top Ten der deutschen Nationalmannschafts-Torjäger aufsteigen.

Gündogan erwartet in Hannover „eine ähnlich tolle Atmosphäre“ wie in Hamburg. Die Gute-Laune-Gala mit drei Toren hat die Chancen auf einen glatten Durchmarsch in der Ausscheidungsgruppe C erhöht. „Wenn man noch die Chancen nimmt, wo der letzte Pass vielleicht noch zu ungenau war, ist da extrem viel Potenzial“, meinte Gündogan. 

Von dpa

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