Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

DGB-Chef: Defizite bei Behebung des Fachkräftemangels

Berlin (dpa) Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat der Bundesregierung Defizite bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels vorgeworfen. «Sie hat es nicht geschafft, die inländischen Fachkräftepotenziale zu heben», sagte Sommer der dpa in Berlin.

DGB-Chef: Defizite bei Behebung des Fachkräftemangels

Michael Sommer hat der Bundesregierung Defizite bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels vorgeworfen. Foto: Caroline Seidel

«Das Jammern von Arbeitgebern und Regierung über einen "Fachkräftemangel" ist unglaubwürdig, solange immer noch zu wenig getan wird für die Beschäftigung und Weiterbildung von jungen Menschen, Frauen, Migranten und älteren Beschäftigten.»

Sommer äußerte sich mit Blick auf ein Treffen am kommenden Dienstag, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Spitzen der großen Wirtschaftsverbände und der Gewerkschaften ins Gästehaus der Bundesregierung auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin eingeladen hat. Bei dem Gedankenaustausch geht es um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Beschlüsse sind nicht zu erwarten. Allerdings soll eine Bilanz des Treffens von vor einem Jahr gezogen werden. Damals stand die Sicherung des Fachkräftebedarfs im Mittelpunkt.

Sommer hält es für richtig, dass die Bundesregierung mit den Sozialpartnern über das Thema Fachkräftebedarf und die Sicherung des Wohlstandes redet. «Aber Reden ist Silber, Handeln ist Gold: Die Bundesregierung muss die Herausforderungen endlich anpacken.» Fachkräftebedarf sieht der DGB-Chef in der Pflege-, Gesundheits- und IT-Branche, nicht jedoch einen allgemeinen Fachkräftemangel.

Noch immer gebe es 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss, die auf ihre zweite Chance warteten. Auch bei der Beschäftigung von Älteren sei «so gut wie nichts passiert». Und bei Langzeitarbeitslosen regiere der Rotstift. «Mit diesen Maßnahmen verschwendet die Bundesregierung leichtsinnig die vorhandenen Potenziale.»

Scharf kritisierte er das geplante, aber auch koalitionsintern umstrittene Betreuungsgeld. Es ist für Eltern gedacht, die für ihre Kinder keinen Kita-Platz beanspruchen. Die dafür vorgesehenen Milliarden seien in den Wind geschossen, sagte Sommer. «Statt mit einer guten Kinderbetreuung mehr Frauen in Arbeit zu bringen, wird mit dem Betreuungsgeld ein rückwärtsgewandtes Signal gesendet.»

Die Sicherung des Wohlstands in Deutschland wird nach Sommers Überzeugung nur durch konsequente Umsetzung der Energiewende gelingen. «Leider hat die Bundesregierung auch auf diesem Weg wertvolle Zeit verloren.» Notwendig für Wachstum und Wohlstand seien «gute Arbeit und innovative Produkte». «Mit niedrigen Löhne und einem Abbau von Arbeitnehmerrechten werden wir die Herausforderungen der Zukunft mit Sicherheit nicht bewältigen», sagte der DGB-Chef.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sonntagabend

Schulz gegen Merkel: Mögliche Themen im TV-Duell

BERLIN Kanzlerkandidat Martin Schulz und seine SPD liegen in Umfragen weit hinter Amtsinhaberin Angela Merkel und der Union. Das TV-Duell am Sonntagabend (20.15 Uhr) könnte den Umschwung bringen. Diese Aspekte dürften beim Aufeinandertreffen eine Rolle spielen.mehr...

Politik

Arbeit auf Abruf: Teilzeit und Befristung stark gestiegen

Berlin (dpa) Millionen Arbeitnehmer verdienen ihr Geld jenseits unbefristeter Vollzeitjobs. Auch Arbeit auf Abruf ist für viele Alltag. Mit Spannung wird erwartet, welche Weichen eine Jamaika-Koalition auf dem Arbeitsmarkt stellt.mehr...

Politik

Integration von Muslimen: Gute Noten für Deutschland

Gütersloh (dpa) Der Blick auf andere europäische Länder zeigt: Muslime, die schon lange in Deutschland leben, sind vergleichsweise gut integriert. Doch es gibt auch Schattenseiten.mehr...

Politik

Nur wenige Langzeitarbeitslose finden regulären Job

Berlin (dpa) Mehr als 900 000 Langzeitarbeitslose gibt es in Deutschland - die Zahl ist zwar gesunken. Aber für die meisten bleibt ein normaler Job unerreichbar. Im Wahlkampf kommen die Parteien nicht an dem Missstand vorbei.mehr...

Keine Wirkung?

NRW will anonymisierte Bewerbungen abschaffen

DÜSSELDORF Ausländer haben auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht die gleichen Chancen. Darin sind sich alle Landtagsabgeordneten in NRW einig. Aber helfen anonymisierte Bewerbungen? Die neue schwarz-gelbe Regierung meint nein und will sie abschaffen. Die Opposition will sie beibehalten. Wir haben uns die Fakten angeschaut.mehr...

Politik

Zugang für Flüchtlinge zum Job: Es kann noch besser werden

Hannover/Berlin (dpa) Die meisten Asylsuchenden wollen lieber arbeiten als in einer Unterkunft rumhängen. Sie dürfen aber nicht. Seit einem Jahr ist der Zugang zum Arbeitsmarkt leichter. Hürde ist nach wie vor die Sprache.mehr...