Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

DIHK: Fachkräftemangel belastet Unternehmen immer stärker

Berlin. Der deutschen Wirtschaft geht es gut, doch ein Problem ist in den vergangenen Jahren größer geworden. Daran wird auch ein geplantes Gesetz der neuen Bundesregierung so schnell nichts ändern.

DIHK: Fachkräftemangel belastet Unternehmen immer stärker

Fachkräfte verzweifelt gesucht: Viele Firmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen mit Fachpersonal zu besetzen. Foto: Peter Endig

Zu wenig Fachkräfte am Bau, in der Logistik, in der Pflege oder im Gastgewerbe: Der Fachkräftemangel wird aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zu einer zunehmenden Belastung für Unternehmen.

Die Folge seien sinkende Wachstumspotenziale sowie Hemmnisse für Innovationen und Investitionen, teilte der DIHK in Berlin mit.

Laut einer Umfrage unter rund 24.000 Unternehmen hat fast jede zweite Firma inzwischen Schwierigkeiten, offene Stellen mit Fachkräften zu besetzen - vor einem Jahr waren es 37 Prozent.

Der DIHK schätzt aus hochgerechneten Antworten in der Befragung, dass insgesamt rund 1,6 Millionen Stellen in Deutschland längerfristig nicht besetzt werden können - im Vorjahr waren es rund 1,3 Millionen Stellen. Diese Zahl werde sich in den nächsten Jahren tendenziell noch erhöhen. Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sprach von einem „volkswirtschaftlichen Engpass“.

Der Mangel an Fachkräften führe etwa dazu, dass der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur oder der Breitbandausbau stockten. „Wir haben einfach zu wenige Leute“, sagte Dercks. Ein Grund sei die demografische Entwicklung. Zwar gebe es bei der Vermittlung von unqualifizierten Langzeitarbeitslosen Fortschritte, das Thema sei aber immer noch ein „dickes Brett“.

Geholfen habe der Wirtschaft, dass in den vergangenen Jahren viele Menschen aus EU-Ländern vor allem aus Südeuropa nach Deutschland gekommen seien. Dies aber habe nachgelassen, da sich die Lage in Ländern wie Spanien oder Italien verbessert habe.

Im Wettbewerb um Arbeitnehmer würde für Firmen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexiblere Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit von „Home Office“ oder eine Weiterbildung bei der Digitalisierung immer wichtiger.

Auch die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften sei wichtig. Die neue Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz. Dercks rechnet mit der Umsetzung eines Gesetzes im kommenden Jahr. Es könne jedoch noch Jahre dauern, bis ein solches Gesetz wirke.

Die Grünen-Wirtschaftspolitikerin Kerstin Andreae sagte, es müssten die „Alarmglocken“ läuten, wenn inzwischen die Hälfte aller Unternehmen Probleme habe, Fachkräfte für ihre offenen Stellen zu finden. „Die Vorhaben der schwarz-roten Bundesregierung werden daran kaum etwas ändern. Zwar hat sie im Koalitionsvertrag eine Fachkräftestrategie angekündigt. Die bleibt aber zu ambitionslos.“

Die Linke-Abgeordnete Sabine Zimmermann kritisierte ferner: „Statt über Fachkräftemangel zu jammern, sollten die Unternehmen ihren Blick auf Langzeiterwerbslose, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Migrationshintergrund richten.“ Der Fachkräftemangel sei zudem hausgemacht: „Geringe Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen sind vielfach an der Tagesordnung, zum Beispiel in der Pflegebranche.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Deutsche Bank überweist 28 Milliarden Euro aus Versehen

Frankfurt/Main. Bei der Deutschen Bank knirscht es derzeit nicht nur in der Vorstandsetage. Im täglichen Geschäft hat das größte deutsche Geldhaus vor Ostern aus Versehen 28 Milliarden Euro überwiesen, wie ein Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigte.mehr...

Wirtschaft

Scheuer pocht im Dieselskandal auf Software-Updates

Berlin. Im Dieselskandal pocht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf die freiwilligen Software-Updates für Millionen Autos. „Ich mache gerade Druck, dass bis Ende 2018 auch wirklich alle versprochenen 5,3 Millionen Autos nachgebessert werden“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ).mehr...

Wirtschaft

VW-Abgasskandal: Umwelthilfe verklagt KBA auf Akteneinsicht

Schleswig. Die Deutsche Umwelthilfe geht im Abgasskandal weiter gerichtlich gegen das Kraftfahrtbundesamt vor. Jetzt muss das Verwaltungsgericht in Schleswig über die Forderung auf Akteneinsicht verhandeln. Weitere Klagen sind vor Gerichten anhängig.mehr...

Dax

DAX: Schlusskurse im Späthandel am 19.04.2018 um 20:30 Uhr

Frankfurt/Main. An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 19.04.2018 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.mehr...

Wirtschaft

IWF warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

Washington. IWF und Weltbank sind sich einig: Ziemlich viel läuft in der Weltwirtschaft in die richtige Richtung. Sorgen machen sich die beiden Institutionen wegen der hohen Schulden weltweit. Ihre Frühjahrstagung beginnen sie mit einer Mahnung.mehr...

Dax

DAX: Schlusskurse im XETRA-Handel am 19.04.2018 um 17:56 Uhr

Frankfurt/Main. An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 19.04.2018 um 17:56 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.mehr...