Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

DSGVO: Wirtschaft beklagt geringe Unterstützung der Behörden

Berlin. Kurz bevor die neue Datenschutzgrundverordnung verpflichtend wird, beklagen Industrievertreter teils mangelnde Unterstützung und Aufklärung von Seiten der Behörden.

DSGVO: Wirtschaft beklagt geringe Unterstützung der Behörden

Auf politischer Seite ist versäumt worden, Unternehmen in der Umsetzung zu unterstützen. Generell sind Unternehmen weit weniger im Fokus der Aufklärung gewesen als die Verbraucher. Foto: Daniel Naupold

Die DSGVO sei eine „große Errungenschaft“, betonte Gerhard Göttert, Vorstandsmitglied des Verbands der SAP-Anwender. Auf politischer Seite sei jedoch versäumt worden, die Unternehmen in der Umsetzung zu unterstützen. Generell seien Unternehmen weit weniger im Fokus der Aufklärung gewesen als die Verbraucher.

Die DSGVO sieht erstmals auch hohe Bußgelder bei Verstößen vor. In vielen Unternehmen führe das zu großer Nervosität, sagte Göttert. Sanktionen könnten existenzgefährdend sein. Viele Firmen versuchten sich optimal zu schützen, hätten dabei aber teilweise noch hohen Informationsbedarf. Für manche Unternehmen dürfte es schwer werden, eine Punktlandung bis zum Stichtag hinzubekommen, schätzt Göttert. Unter den rund 3300 Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe hätten allerdings über die Hälfte der Firmen bereits eine „klare Roadmap“. Bis vor Kurzem hätten aber zum Beispiel in vielen Fällen die nötigen Software-Werkzeuge für eine effiziente Umsetzung gefehlt.

„Mit der DSGVO wird das Datenschutzrecht nicht neu erfunden“, sagte Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter in Baden-Württemberg. In den meisten Fällen dürfte die Umsetzung deshalb aus seiner Sicht zu bewältigen sein. In Einzelfällen könne es aber zu Problemen kommen. Auf Unternehmen etwa, in denen die Datenverarbeitung einen wichtigen Bestandteil des Geschäfts ausmacht, könne schon ein „erheblicher Aufwand“ zukommen.

In vielen Fälle bringe die DSGVO für Unternehmen aber eher Vorteile, schätzt Brink. So sei der bislang gültige Grundsatz der Datensparsamkeit in der neuen Verordnung durch den Begriff der Datenminimierung ersetzt worden. Das gebe Unternehmen vor allem bei der Analyse großer Datenmengen, wie sie etwa für bessere Leitsysteme und neue Services im Straßenverkehr eingesetzt wird, mehr Spielraum. Generell werde die Verordnung jedoch die Tendenz bestärken, mit weniger Daten auszukommen, sagte Göttert. „Die Zukunft wird zeigen, ob dies nachteilig für datengetriebene Geschäftsmodelle ist.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden

Berlin. Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze vieler Mähdrescher durcheinander.mehr...

Wirtschaft

Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus

Basel. Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter verschärfenden Konflikts. Am Ende könnten die Verbraucher die Rechnung bezahlen.mehr...

Wirtschaft

Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Berlin. Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch die Tourismusbranche ist nicht glücklich.mehr...

Wirtschaft

Alternativen zu US-Markt: Industrie will Südamerika-Abkommen

Berlin. Donald Trump bereitet den Unternehmen in Europa Kopfschmerzen - daher wächst der Druck, den Handel mit anderen Regionen auszuweiten. Ein interessanter Kandidat für ein Freihandelsabkommen: Südamerika - und dort vor allem Brasilien.mehr...

Wirtschaft

IW: Kein Grund für höheren Mindestlohn als 9,19 Euro

Berlin. 9,19 Euro - oder darf es etwas mehr sein? Für Millionen Beschäftigte naht die Stunde der Wahrheit. Es geht um die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns. Und um die Konjunktur in Deutschland.mehr...

Wirtschaft

Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen

München. Ein Skandal kann den Ruf eines Unternehmens ruinieren - und im Extremfall die Existenz kosten. Die Angst vor dem Shitstorm steigt in den Chefetagen weltweit. Doch wo ein Risiko, da auch die Versicherung.mehr...