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"Da fliegt die Mütze weg"

LÖTTRINGHAUSEN Es ist 7.30 Uhr. Zielstrebig steuert eine Mutter den PKW über die rote Ampel vor der Löttringhauser Grundschule und biegt links ab. Ralf Krüger eilt hinterher. Der Bezirksbeamte der Wache in Hombruch ist mit seinem Kollegen Volker Schumann, wie so oft, vor einer der Grundschulen seines Reviers unterwegs, um das Verkehrsverhalten seiner Schützlinge zu überprüfen.

von Von Peter Bandermann

, 11.10.2007
"Da fliegt die Mütze weg"

Die Polizei-Bezirksbeamten Ralf Krüger (links) und Volker Schumann stellen Erst- und Zweitklässlern ein sehr gutes Verkehrszeugnis aus.

Zu diesen Schützlingen zählt auch die Autofahrerin, die das Rotlicht nicht versehentlich übersehen hat, sondern bewusst Gas gegeben hat. Aus gutem Grund: hinter der Kurve stand der Schulbus, in den ihr Kind rechtzeitig einsteigen sollte.

"Da fliegt mir die Mütze weg", sagt Volker Schumann salopp. Dahinter verbirgt sich eine ernst zu nehmende Erkenntnis: "Die Erstklässler und die Kinder aus dem zweiten Schuljahr sind im Straßenverkehr konzentriert bei der Sache. Als Schulanfänger bekommen sie das gut hin. Aber je älter die Verlehrsteilnehmer werden, um so mehr lässt das nach", berichtete Ralf Krüger aus dem Alltag auf den Schulwegen.

Ganz oben auf der Liste der älteren - und unvernünftigen - Verkehrsteilnehmer stehen die Eltern. "Sie werden immer unser Problem sein", so Krüger, denn die mit Zweit- und Dritt-PKW immer stärker mobilisierte Gesellschaft nutzt den Fuhrpark auch dann, wenn Kinder die Selbstständigkeit im Straßenverkehr ausbauen sollen. Auf dem Rücksitz eines PKW dürfte das schwer fallen.

Schutzinstinkte vornehmlich der Mütter, die Eile zwischen Frühstück und Schulglocke und, so Ralf Krüger, "ganz einfach auch die Bequemlichkeit" sorgen zwar für einen sicheren PKW-Transport der eigenen Kinder, doch mit dem zunehmenden Verkehr vor der Schultür steigt auch die Gefahr für die Jungen und Mädchen, die sich - wie bereits im Vorschulalter geübt - korrekt verhalten.

Volker Schumann ironisch: "Ich habe einem Vater schon angeboten, die Absperrung aufzuschließen, damit er mit dem Auto bis auf den Schulhof fahren kann." Auf die von ihnen ausgelöste Gefahr - Wendemanöver auf der Straße und eine unübersichtliche Verkehrslage - reagieren die Autofahrer unter den Vätern und Müttern bisweilen entrüstet und gereizt.

Im Vorschulalter ihrer Kinder verhalten sich die Eltern viel eher einsichtig: "Die Beteiligung an unseren Informationsabenden ist sehr hoch, liegt teilweise bei 100 Prozent", freut sich Ralf Krüger über die Akzeptanz der Beratungsangebote in den Kindergärten, in das die Bezirksbeamten der Polizei jetzt sicher auch noch an die Bedeutung des Rotlichts erinnern werden. Kleine Motivationshilfe: Wer vorsätzlich bei Rotlicht durchzieht, zahlt mindestens 125 Euro, kassiert vier Punkte und verzichtet einen Monat auf den Führerschein - und bringt seine Kinder endlich zu Fuß zur Schule.

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